17. Okt 2019   Business Tech

„Österreich bei Digitalisierung auf Platz 12“

Innovation. Österreich ist bei der Digitalisierung beinahe in den Top-10 der Welt, so der deutsch-österreichische Kreditversicherer Acredia: Dessen Ranking sieht vor allem europäische Staaten weit oben.

Österreich steht in dem Ranking gut da, hinke allerdings „bei der Umsetzung zum Teil erheblich nach“, so Gudrun Meierschitz, Acredia-Vorständin, über die Ergebnisse des Enabling Digitalization Index (EDI) 2019. Österreich hat sich 2019 um einen Platz verbessert und liegt nun auf Rang 12, also nicht mehr weit von den Top-10 entfernt. 2018 und auch 2017 lagen wir auf Rang 13.

Allerdings schneiden im europäischen Vergleich sechs Länder, darunter auch kleine Länder wie Dänemark und die Schweiz, deutlich besser ab, so Acredia: „Hier besteht sicher Aufholbedarf“, sagt Meierschitz.

Das Ranking im Detail

Der Digitalisierungsindex 2019, durchgeführt von Acredia und Euler Hermes, untersuche die Digitalisierungskompetenz von 115 Ländern weltweit und analysiere förderliche Rahmenbedingungen für erfolgreiche Digitalisierung. „Für uns als Kreditversicherer bietet der EDI eine gute Orientierung, um die digitale Entwicklung in einem globalen Kontext zu sehen. Ich bin sicher, dass damit künftig auch Insolvenzhäufigkeiten frühzeitig prognostiziert werden können“, so Meierschitz.

Die Top-3-Länder sind USA, Deutschland und Dänemark

Für die Analyse werden fünf Parameter herangezogen:

  • Regulierung
  • Know-how
  • Vernetzung
  • Infrastruktur
  • Größe

Dabei liegen die USA an der Spitze der digital-agilen Nationen, gefolgt von Deutschland und – erstmals – Dänemark. In den Top 10 befinden sich mit Dänemark (3), den Niederlanden (4), Großbritannien (5), der Schweiz (7) und Schweden (10) weitere europäische Staaten.

Aber auch China (9) hat es erstmals unter die besten zehn geschafft (2018: Rang 17). Zwar sind die Bedingungen in Singapur oder auch Japan nach wie vor noch besser – allerdings ist der Abstand rapide geschmolzen, so Acredia. Schlusslichter bei den 115 im EDI ausgewerteten Ländern sind Liberia, Burundi und Chad.

Österreich punkte vor allem mit einer sehr guten Infrastruktur und einem guten „Ökosystem“ für Wissen und Bildung. „Acht der 15 Weltbesten sind westeuropäische Staaten. Dabei fällt auf, dass die skandinavischen Länder – insbesondere gemessen an der relativ geringen Größe der Länder – besonders stark abschneiden“, so Meierschitz. „Sie kompensieren die fehlende Größe mit Top-Resultaten bei Wissen, Regulierung und Infrastruktur.“

Um zu analysieren, wer bei der Umsetzung die Nase vorne und wer noch Nachholbedarf hat, hat Acredia die Ergebnisse aus dem EDI mit sieben bestehenden Indikatoren für die tatsächliche Umsetzung der Digitalisierung verglichen. In zahlreichen Ländern habe man dabei erhebliche Diskrepanzen entdeckt. Viele Unternehmen lassen demnach noch viel Potenzial ungenutzt auf der Straße liegen – vor allem auch in Österreich sowie in der Schweiz, Frankreich, Spanien oder Südkorea.

„Wenn sie nicht ins Hintertreffen geraten wollen, sollten die Unternehmen bei der Digitalisierung deutlich Gas geben. Insbesondere schwache Unternehmen sind gefährdet, die nicht genug in diesen Bereich investieren. Das könnte das Insolvenzrisiko bei diesen Firmen nach oben treiben, denn die Konkurrenz aus anderen europäischen Ländern, den USA oder auch zunehmend aus China schläft definitiv nicht.“

Österreichische Unternehmen zeigen unter anderem in den Bereichen Big Data Verwendung, Cloud Computing und bei Spezialisten für Informations- und Kommunikationstechnologie Nachholbedarf, heißt es.

 

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