22. Okt 2019   Business Finanz

Zukunftsvorsorge: Wende bei Neuabschlüssen

Vorsorge. Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV) erlitt 2018 Performance-Einbußen. Die Zahl der Neuverträge stieg allerdings erstmals seit Langem.

Zum 7. Mal in Folge zeigt sich der PZV-Markt 2018 rückläufig. Wurde 2012 mit rund 1,64 Millionen Verträgen der Höchststand erzielt, so betrug der Gesamtbestand zum Ende des Vorjahres nur mehr etwa 1,20 Millionen Stück – ein Rückgang um 26,83%.

Allein im Jahr 2018 betrug das Minus 7,1%. Dies geht aus der jährlichen FMA-Studie „Der Markt für die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge 2018“ hervor.

Immer noch 8,65 Milliarden Euro veranlagt

Das verwaltete Vermögen in der PZV war 2018 mit -3,7% zwar erstmals in ihrer Geschichte rückläufig, betrug zum Jahresultimo aber immer noch 8,65 Mrd. €. Der Nettomittelzufluss (die abgegrenzten Prämien) belief sich im vergangenen Jahr auf 837,8 Mio. €, ein Minus von 2,8% im Vergleich zum Wert 2017.

Wieder mehr Neuverträge

Während Kapitalanlagesellschaften keine Neuverträge mehr verkaufen, taten dies fünf Versicherungsunternehmen auch 2018, und zwar 15.921 Verträge. Das bedeutet laut FMA-Bericht erstmals seit Langem ein Plus bei den Neuabschlüssen, und zwar ein sehr deutliches: Es sind 10,0% Zuwachs gegenüber 2017. Zu den großen Playern, die die PZV im Angebot haben, gehören etwa die Wiener Städtische (VIG) und die Grawe.

Da gleichzeitig im Jahr 2018 aber knapp über 100.000 Alt-Verträge abreiften oder gekündigt wurden, sank der Gesamtbestand an PZV-Versicherungsverträgen trotzdem das fünfte Jahr in Folge.

Negative Veranlagungsperformance

2018 hatte die PZV zum dritten Mal in ihrer Geschichte (nach 2008 und 2011) eine negative Veranlagungsperformance – und dies noch vor Garantie- und anderen Kosten – zu verbuchen und schloss mit einem Minus von 2,8%. Das von der FMA zum Vergleich hypothetisch berechnete „stilisierte Benchmark-Portfolio “ (30% österreichische Aktien in Gewichtung ATX und 70% österreichische Bundesanleihen) verlor 3,5% an Wert.

Seit 2012, als die staatliche Prämie zur Förderung der PZV-Produkte halbiert wurde, beträgt diese 4,25%; die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung betrug 2018 € 2.825,60, was eine maximale Prämie von € 120,09 ergab.

 

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