30. Okt 2019   Business Recht

So schützen die heimischen Unternehmen ihre Daten

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Digitalisierung. Neun von zehn Betrieben treffen Vorkehrungen gegen IT-Risiken, vom Backup bis zu Spezial-Klauseln in Dienstverträgen. Kleinere hinken aber hinterher, das zeigt eine Statistik Austria-Erhebung.

Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen setzt dabei auch auf vertragliche Vereinbarungen mit ihren Beschäftigten. Und immer mehr Unternehmen entscheiden sich für schnelleres Internet.

Fast alle größeren Unternehmen schützen sich

91% der Unternehmen ab zehn Beschäftigten treffen Sicherheitsvorkehrungen bei den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Die häufigsten sind laut aktueller Statistik Austria-Erhebung zur IT-Ausstattung der österreichischen Unternehmen:

  • Datensicherung auf eigenen Speichermedien einschließlich Cloud (88%)
  • Instandhaltung und Aktualität der eingesetzten Software einschl. Updates (82%)
  • strenge Kennwortauthentifizierung bei der Nutzung der IKT-Infrastruktur – d.h. das Verwenden starker Passwörter mit einer gewissen Mindestlänge sowie Verwendung von mindestens einem Sonderzeichen o. ä. (66%).

Kleinere Unternehmen mit viel weniger Schutz

IKT-Sicherheitstests werden von rund einem Drittel der Firmen durchgeführt (32%). Auch hier seien deutliche Unterschiede nach Unternehmensgröße festzustellen: rund 73% der großen Unternehmen führen die Tests durch, 51% der mittelgroßen (50 bis 249 Beschäftigte) und 28% der kleinen Unternehmen (10 bis 49 Beschäftigte).

Benutzeridentifikation und -authentifizierung durch biometrische Verfahren (wie z.B. Fingerabdruckscans, Stimm- oder Gesichtserkennung) werden hingegen nur von 9% aller Unternehmen eingesetzt.

Auch hier zeigt sich der Trend, dass mit zunehmender Unternehmensgröße verstärkt Sicherheitsmaßnahmen gesetzt werden. 22% der großen, 13% der mittelgroßen und 8% der kleinen Unternehmen setzen biometrische Verfahren zur Benutzerkennung ein.

Mitarbeiter mit ins Boot holen

Die Unternehmen sind bemüht, das Bewusstsein der Beschäftigen für IT-Sicherheit zu schärfen:

  • Mehr als die Hälfte der Unternehmen (53%) setzen dabei auf Vereinbarungen in Dienstverträgen oder mittels Verpflichtungserklärungen. Hier lassen sich ebenfalls Unterschiede nach der Unternehmensgröße feststellen: Während solche Vereinbarungen in 88% der großen Unternehmen vertraglich getroffen werden, beträgt der Anteil bei mittelgroßen Unternehmen 71% und bei Kleinunternehmen 50%.
  • 39% aller Unternehmen bieten den Beschäftigten freiwillige Schulungen oder intern zugängliche Informationen zum Thema IKT-Sicherheit an.
  • In weiteren 22% der Unternehmen werden verpflichtende Schulungen durchgeführt oder verpflichtendes Schulungsmaterial an die Beschäftigten ausgehändigt.

Schriftliche Festlegung der Maßnahmen

Mehr als jedes dritte Unternehmen (36%) hat Maßnahmen, Methoden oder Vorgehensweisen im Hinblick auf die IKT-Sicherheit schriftlich festgehalten (kleine Unternehmen: 32%; mittelgroße Unternehmen 56%; große Unternehmen: 82%).

78% dieser Unternehmen hält diese IKT-Sicherheitsdokumentation aktuell und erstellte oder überarbeitete diese zuletzt innerhalb der vergangenen zwölf Monate.

Immer mehr wollen schnelleres Breitband

Alle befragten Unternehmen nutzen das Internet für betriebliche Zwecke und greifen dafür zumeist auf Breitbandverbindungen zurück (Internetzugang: 100%; Breitbandverbindungen: 98%).

Während mobile Breitbandverbindungen, also Internetverbindungen über Mobilfunknetze mit zumindest 3G-Technologie, seit 2010 einen starken Anstieg verzeichnen (2010: 46%; 2015: 77%; 2019: 80%), ist eine Sättigung bei den festen (stationären) Breitbandverbindungen wie DSL, Kabel oder Glasfaser zu beobachten (2010: 75%; 2015: 91%; 2019: 90%).

Immer mehr Unternehmen nutzen schnelle feste Breitbandverbindungen:

  • Meldeten 2019 bereits 19% der Unternehmen mit Nutzung fester Breitbandverbindungen eine Download-Geschwindigkeit von 100 Mbit/s oder mehr, waren es 2015 erst 11%.
  • Für feste Breitbandverbindungen mit einer Download-Geschwindigkeit von 30 Mbit/s bis unter 100 Mbit/s konnte in den Jahren 2015 bis 2019 ein Anstieg von 19% auf 30% beobachtet werden.
  • Langsamere Verbindungen mit 2 Mbit/s bis unter 10 Mbit/s findet man nur noch in 16% der Unternehmen (2015: 30%).

 

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