12. Nov 2019   Business Motor

Neuer Skoda Octavia ist fescher

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Skoda Octavia (2020) ©Skoda Auto

Herausforderer. Der Skoda Octavia kommt in der Ausgabe 2020 größer und eleganter daher als sein bekannter Konzern-Konkurrent Golf. Bei den Motoren fährt Hybrid ganz nach vorne.

Fesch ist natürlich subjektiv, aber man fragt sich doch: Wer bestimmt im VW-Konzern – zu dem Skoda bekanntlich gehört – welche der großen Leistungsträger wie prächtig daherkommen dürfen? Das neue Flaggschiff der Tschechen ist jedenfalls in der Ausgabe des Jahres 2020 deutlich eleganter geworden und droht die hauseigene Konkurrenz zu überrunden. Die deutsche Bild Zeitung titelt beispielsweise so: „Wer braucht da noch den Golf Variant?“

Testlauf für die neue Technik

Unter der Haube ist die Technik im direkten Vergleich zwischen Skoda Octavia und VW Golf tatsächlich sehr ähnlich, allerdings hat der neue Skoda teilweise bereits die neuere Generation an Bord. So steht der Octavia zuerst auf der neuen MQB-Evo-Plattform (Modularer Querbaukasten) von VW.

Und der neue Ocavia ist weiter gewachsen: Mit einer Länge von 4.689 mm ist die Ausgabe des Jahres 2020 um 19 Millimeter länger geworden als der Vorgänger aus 2017, in der „Combi“ Version sind es sogar 22 mm mehr. Auch in der Breite hat er um 15 mm zugelegt.

Das Volumen des Kofferraums ist beim Combi um 30 Liter auf jetzt 640 Liter angewachsen. Die Limousine fasst 600 Liter, 10 Liter mehr als zuvor. Die neue Frontschürze und die scharf gezeichneten, flacheren neuen Scheinwerfer mit serienmäßiger LED-Technik für Abblend-, Fern- und Tagfahrlicht lassen das tschechische Flaggschiff einen Tick sportlicher daherkommen.

Manche Kritiker fühlen sich da an BMW erinnert – vor allem von der Seite scheint sich der Neue ein wenig an der Premium-Marke aus Bayern reiben zu wollen. Auch Rück-, Brems- und Nebelschlussleuchten sind in LED-Technologie ausgeführt.

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Seitenansicht: Nein, das ist kein 3-er BMW ©Skoda Auto

Die neu gestaltete, flach aufliegende Dachreling betont ebenfalls die langgestreckte Silhouette. Neu sind die Farben Crystal-Schwarz, Lava-Blau und Titan-Blau, optional sind ein Chrom-Paket und ein Dynamik-Paket erhältlich.

Octavia-Austattung: Viel bunte LED-Beleuchtung auch innen

Im Innenraum setzt der Octavia auf ein Zwei-Speichen-Lenkrad und eine neu konzipierte Instrumententafel mit großem, freistehenden zentralen Display. Optisch hervorstechen sollen die Chrom-Elemente an der Mittelkonsole und die neuen Türverkleidungen und -griffe sowie vor allem die neue LED-Ambientebeleuchtung an den vorderen Türen und der Instrumententafel, die in zehn Farben – auf Wunsch auch unterschiedlich – indirekt beleuchtet werden. Auch abgestimmte Lichtszenarien sollen wählbar sein.

Erstmals erhältlich in einem Skoda sind auf Wunsch rückenfreundliche Ergo-Sitze mit elektrischer Massagefunktion und das optionale Head-up-Display. Es projiziert die wichtigsten Informationen wie Geschwindigkeit, Navigationshinweise, erkannte Verkehrszeichen oder die aktivierten Fahrerassistenzsysteme direkt auf die – auf Wunsch beheizbare – Windschutzscheibe. Verfügbar sind auch Drei-Zonen-Climatronic, der schlüssellose Fahrzeugzugang KESSY, akustisch gedämmte Seitenscheiben, Sprach-Assistent u.a.

Shift-by-Wire hält Einzug bei Skoda

Der neue Octavia nutzt als erster Skoda außerdem Shift-by-Wire-Technologie: Die Fahrstufenauswahl des Fahrers wird dabei elektronisch an das Getriebe übertragen. Den DSG-Wählhebel ersetzt damit künftig in der Mittelkonsole ein neues Bedienmodul mit einer kleinen Wippe für die Auswahl der Fahrstufen sowie einer Taste für den Parkmodus.

Doch Freunde der Gangschaltung müssen jetzt keine Angst haben: Wie gewohnt wird es auch die vierte Generation des Octavia je nach Motorisierung sowohl mit manuellem Schaltgetriebe wie DSG geben, dazu wahlweise mit Allradantrieb und mit vier verschiedenen Fahrwerksoptionen bis zur adaptiven Fahrwerksregelung DCC mit Fahrprofilauswahl.

Optional sind weiters auch Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer erhältlich, die es ermöglichen, immer mit Fernlicht zu fahren, ohne dass andere Verkehrsteilnehmer dadurch geblendet werden, Voll-LED-Heckleuchten mit illuminierten kristallinen Elementen und dynamischen Blinkern, Sicherheitssysteme wie Ausweich-Assistent, Abbiege-Assistent, Ausstiegswarner und die Lokale Gefahrenwarnung, Area-View-System u.v.m. Auch das erinnert stark an den Golf und folgt der VW-Konzernstrategie, was gehobene Ausstattung betrifft.

Die Motoren: Hybrid fährt in die erste Reihe

Spannend ist natürlich die Motor-Ausstattung: Zwar gibt es weiterhin kein reines Elektroauto unter der Marke Octavia, auch ein Wasserstoff-Modell sucht man vergeblich. Auch das erinnert an den Golf, wo bekanntlich die e-Variante zugunsten der hauseigenen neuen ID-Elektroreihe aufgegeben wurde.

Dafür bietet der neue Skoda unter der Motorhaube so gut wie alle möglichen anderen Varianten und Kombinationen: Der Octavia 2020 ist auf Wunsch als Benziner mit 110 bis 190 PS erhältlich, weiters als Mildhybrid, Erdgas-Version und als Diesel (115 bis 200 PS). Außerdem gibt es erstmals Plug-in-Hybrid, konkret mit 204 PS (die deutsche Motorpresse erwartet auch eine 245 PS-Variante).

Was bedeutet das unterm Strich: Der kleinste Oktavia (1,0 TSI EVO mit 110 Benziner-PS) beschleunigt in 10,6 sec von 0 auf 100 km/h und erreicht auf deutschen Autobahnen rund 207 km/h Spitze. Der 2,0 TSI bzw 2,0 TDI (Benziner / Diesel) braucht rund 3,5 Sekunden weniger für den hunderter und ist rund 30 km/h schneller. Dazwischen siedeln sich die ebenfalls verfügbaren diversen 150 PS-Varianten an.

Skoda-Technikvorstand Christian Strube verspricht dank weiterentwickelter Motoren eine deutlich umweltfreundlichere Zukunft. So helfe die Mild-Hybrid-Technologie, den Verbrauch zu reduzieren. Und bei den Dieselmotoren der neuen EVO-Generation verringere das ,Twindosing‘-Verfahren in der Abgasnachbehandlung „den Ausstoß von Stickoxiden um rund 80 Prozent.“

Der neue Skoda Octavia: Bestellbarkeit und Preis

A propos Zukunft: Tatsächlich bestellbar sein wird der neue Octavia ab Anfang 2020. Ende des 1. / Anfang des 2. Quartals werden dann die ersten Autos an ihre Kunden ausgeliefert. Offizielle Preise verrät Skoda noch nicht, erwartet wird ein Start der kleinsten Motor-Varianten bei 20.000 Euro aufwärts.

Skoda drückt mit der aktuellen Neuvorstellung auf das Tempo: Kam der Ur-Octavia bereits im Jahr 1959 heraus, so wurde das nächste Modell erst 1996 aufgelegt, mit VW-Hilfe nach der Ostöffnung. Danach stellte Skoda dann konstant alle 4 Jahre einen neuen Octavia vor – bis der des Jahres 2016 ins Jahr 2017 rutschte. Mit der Neuvorstellung 2020 ist Skoda also nun wieder im gewohnten Octavia-Rhythmus unterwegs.

 

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