10. Dez 2019   Business Finanz

Mehr Eigenkapital in Österreich

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Wien. Die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen ist zuletzt leicht gestiegen, so CRIF: Einen Rückgang zeigen die Daten nur im Burgenland.

Laut der Erhebung von CRIF Österreich (Anbieter von Kredit- und Bonitätsinformationen) ist die Eigenkapitalausstattung der heimischen Unternehmen von 2017 auf 2018 leicht gestiegen. Der Median der Eigenkapitalquoten für ganz Österreich lag demnach 2018 bei 38,01 Prozent, was einen Anstieg von 0,87 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr davor bedeutet.

Im Rahmen der Erhebung hat CRIF die bis November 2019 eingereichten Bilanzen des Jahres 2018 untersucht und diese mit den Ergebnissen aus dem Vorjahr verglichen.

  • Im Bundesländervergleich führen wie bereits im Vorjahr Vorarlberger Unternehmen das Ranking an. Der Median der Eigenkapitalquoten lag hier 2018 bei 45,10% (+1,15 Prozentpunkte) und damit deutlich über dem Österreichschnitt.
  • Mit deutlichem Abstand zum Ländle, aber nahe beisammen folgen Betriebe aus Tirol (40,49%, +0,86 Prozentpunkte), Oberösterreich (40,12%, +0,93 Prozentpunkte), Salzburg (39,29%, +1,11 Prozentpunkte) und Kärnten (37,97%, +0,03 Prozentpunkte).
  • Wien (36,60%, +0,72 Prozentpunkte), Niederösterreich (36,50%, +1,39 Prozentpunkte), die Steiermark (35,79%, +1,35 Prozentpunkte) und das Burgenland (35,01%, -1,42 Prozentpunkte) folgen auf den weiteren Plätzen. Lediglich das Burgenland verzeichnet laut CRIF einen Rückgang.

Gute Kapitalausstattung

„Die österreichischen Unternehmen stehen auf einer soliden Kapitalbasis. Je höher die Eigenkapitalquote, desto besser ist das Unternehmen gegen etwaige Risiken gewappnet“, so Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich.

Wirft man einen Blick auf die Firmengröße, so zeige sich, dass die österreichischen Klein- und Mittelunternehmen gut gegen etwaige Krisen gewappnet sind:

  • So verfügten im Jahr 2018 insgesamt 81,02% der heimischen KMU über eine positive Eigenkapitalquote.
  • Bei mehr als der Hälfte (55,88%) liegt die Eigenkapitalquote bei über 30 Prozent – dem empfohlenen Richtwert für einen gesunden Eigenkapitalpolster. Hier zeigt sich im Jahresvergleich eine leichte Steigerung (2017: 55,28%).
  • Mit einer positiven Eigenkapitalquote von bis zu 30% ist rund ein Viertel der KMU (25,14%) ausgestattet.
  • Die Anzahl jener Firmen, die über eine negative Eigenkapitalquote verfügen und somit überschuldet sind, ist auf 18,98% gesunken (2017: 19,29%).

„In der Mittelstandsfinanzierung gilt: kein Fremdkapital ohne Eigenmittel. Vor diesem Hintergrund ist die Stärkung der Eigenkapitaldecke für KMU natürlich besonders wichtig. Dennoch bedeutet eine negative Eigenkapitalquote nicht automatisch eine drohende Insolvenz für das Unternehmen. Für den Fortbestand ist Liquidität in den meisten Fällen weitaus wichtiger“, so Recsey.

Dienstleistungssektor am besten mit Eigenmitteln ausgestattet

Im Branchenvergleich zeige sich, dass 33,42% der Unternehmen aus dem Bereich Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen eine Eigenkapitalquote von über 80% vorweisen können und somit im Branchenschnitt am besten mit Eigenmitteln ausgestattet sind. Das andere Ende des Spektrums nehmen der Bausektor mit nur 12,57% und die Gastronomie mit 11,08% ein.

Im Mittelfeld liegen kleine und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen, wo 22,76% über eine Eigenkapitalquote von über 80% verfügen sowie Betriebe aus dem Bereich Information und Kommunikation (20,08%).

 

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