Legal Tech: Freshfields, Vienna Legal Hackers und mehr

Wien / Berlin. Die Vienna Legal Hackers diskutierten die Anforderungen an Juristen der Zukunft. Freshfields vergab mit Partnern die Digital Top 50 Awards. Und weitere Tech-News.

Die Vienna Legal Hackers luden zur Podiumsdiskussion bei der Österreichischen Computer Gesellschaft: In Kooperation mit den ReMeP – Research Meets Practice Organisatoren, wurde zum Thema „Müssen Juristen der Zukunft programmieren lernen“ diskutiert.

Experten wie Franz Kummer (Weblaw AG), Bernhard Breunlich (lawyers & more) und Stefan Eder (Benn-Ibler) diskutierten über die zukünftigen Anforderungen an Juristen im Bereich der Informatik. Eine zentrale Frage in diesem Zusammenhang war, wer Juristen auf dem Gebiet der Legal Technologie künftig ausbilden wird.

Moderiert und begleitet wurden die Beiträge von Wolfgang Resch, der seit 1992 im Bereich der Technik & Controlling für die Österreichische Computer Gesellschaft tätig ist. Eine inhaltliche Zusammenfassung hat die OCG zur Verfügung gestellt.

Freshfields kürt die Gewinner der Digital Top 50 Awards

Freshfields, Google, McKinsey & Company und Rocket Internet haben auf der TechCrunch Disrupt Berlin Conference die Gewinner der diesjährigen Digital Top50 Awards (DT50s) bekannt gegeben. Der Preis soll die besten Gründer Europas auszeichnen und die Technologieszene unterstützen.

INSEAD, Ashoka, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen und TechCrunch sind strategischer Partner. Rund 600 junge Start-ups und Digitalfirmen hatten sich in vier Kategorien beworben: B2B, B2C, Social Impact und Early Stage.

Dies sind die diesjährigen Preisträger:

  • Bestes B2B Start-up: Bestmile. Das Schweizer Unternehmen bietet eine Flottensteuerungsplattform für Mobilitätsanbieter. Über diese Plattform lassen sich sowohl selbstfahrende als auch von Menschen gesteuerte Fahrzeugflotten installieren, managen und optimieren.
  • Bestes B2C Start-up: Raisin. Das deutsche Unternehmen hat einen Online-Marktplatz geschaffen, auf dem Privatanleger bei Banken in ganz Europa Zinsen vergleichen und Festgeldangebote in Anspruch nehmen können.
  • Bestes Early Stage Start-up: nPlan. Auf der Basis von KI und Machine-Learning-Tools biete das britische Startup Planungssicherheit für Projekte, indem es Risiken aufzeigt und optimale Umsetzungspläne vorschlägt.
  • Bestes Social Impact Start-up: citizenlab. Mit einem kleinen Team in Brüssel bietet das Unternehmen Gemeinden, Kreisen und Ländern eine Bürgerbeteiligungsplattform, über die mehr Menschen erreichbar sind, deren Ideen effizient verwaltet und Entscheidungen auf der Basis von Echtzeitdaten getroffen werden können.
  • Der zum ersten Mal verliehene Sustainability Award ging an PlanA. Das Berliner Unternehmen ist eine der ersten daten- und community-getriebenen Plattformen im Kampf gegen den Klimawandel. Es unterstütze Unternehmen bei der Kompensation von Treibhausgasemissionen, bei der Analyse von Umweltrisiken und bei der Planung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen.

Alle Preisträger werden exklusiv von den Sponsoren beraten und erhalten Networking-Möglichkeiten und weitere Leistungen. Die Gewinner der Kategorien „Early Stage“ und „Social Impact“ erhalten zusätzlich ein Preisgeld von jeweils 25.000 EUR in bar. Freshfields-Partner Lars Meyer war Mitglied der Jury.

CMS und Legal Tech Start-Up Legartis kooperieren

Wirtschaftskanzlei CMS arbeitet zukünftig mit dem Schweizer Legal Tech Start-up Legartis zusammen. Zweck der Zusammenarbeit seien Effizienzgewinne durch die intelligente Prüfung und Analyse umfassender Rechtsdokumente. Rechtsabteilungen aus Unternehmen sollen damit weitere, individuell zugeschnittene und auf künstlicher Intelligenz basierende Lösungen für die Bewirtschaftung komplexer Vertragsbestände angeboten werden.

Damit baue CMS sein Portfolio an Legal Tech Produkten und Legal Tech basierten Services für Mandanten aus.

Future-Law Legal Tech Frühstück für Rechtsabteilungen

Das letzte Legal Tech Frühstück in 2019 für MitarbeiterInnen und LeiterInnen von Rechtsabteilungen von Future-Law gemeinsam mit der Vereinigung der österreichischen Unternehmensjuristen am 26.11.2019 bei fwp behandelte die „Blockchain – von den Basics zu konkreten Anwendungsfällen“.

Zum Start des Frühstücks gab Blockchain-Spezialist Dominik Thor (u.a. Berater der WIPO) einen Überblick über die Blockchain Technologie. Er erklärte die generelle Funktionalität der Blockchain und ging danach auf konkret mögliche Anwendungsfälle ein.

Danach wurde diskutiert: Während die Blockchain im öffentlichen Sektor bereits genutzt wird, gebe es in der Privatwirtschaft noch selten Anwendungen. Einerseits wurde als Grund dafür diskutiert, dass noch keiner der etablierten großen Softwareanbieter, die allein durch ihre Marke das notwendige Vertrauen bekommen (würden), auf die Blockchain-Technologie aufgesprungen sind. Ein Hemmschuh, der erst durch ausgereifte(re), einheitliche Systeme und Standards überwunden werden könne.

Da derzeit bestehende Systeme funktionieren und in Europa eine hohe Rechtssicherheit herrscht, müsse ein neues System viel besser sein, damit sich ein Umstieg gefühlt (mehr Sicherheit) oder wirtschaftlich lohnt. Dieser Umstieg werde jedoch gleichzeitig auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, da Geschäftsmodelle unter Druck geraten (Stichwort Blockchain als „digitaler Notar“).

Ein weiteres Diskussionsfeld im Frühstück war Sicherheit, zusammengefasst durch Dominik Thor: „Durch die Blockchain wird das Digitale sicherer als das Physische.“

 

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