07. Jan 2020   Business Nova

Österreich ist 25 Jahre bei der EU

Wien. Im Jänner 1995 wurde Österreich Mitglied in der Europäischen Gemeinschaft (EG), wie die EU damals hieß. Bedeutsam war auch die EU-Osterweiterung ein Jahrzehnt später.

Bereits ein Vierteljahrhundert ist Österreich Teil der Europäischen Union, die als erfolgreiches Friedensprojekt auch schon den Friedensnobelpreis erhalten hat: 1995 ist Österreich mit dem Beitritt zur damaligen Europäischen Gemeinschaft vom östlichen Rand in die Mitte Europas gerückt – mit anhaltenden, positiven Auswirkungen auf Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum, wie viele Studien zeigen.

Gleichzeitig mit Österreich traten weitere Staaten aus dem seinerzeitigen EFTA-Wirtschaftsraum der EU bei: Im Rahmen der Vierten Erweiterung („EFTA-Erweiterung“) der EU 1995 hatten Österreich, Schweden, Finnland und Norwegen nach erfolgreichen Beitrittsverhandlungen Volksentscheide über den Beitritt durchgeführt.

Dabei gab es in Schweden (52,3 %) und Finnland (57 %) Mehrheiten für einen EU-Beitritt. Bei der Volksabstimmung in Österreich stimmten sogar 66,6 % der Bevölkerung bei einer hohen Wahlbeteiligung von 82,3 % für eine Mitgliedschaft. In Norwegen hingegen votierte eine knappe Mehrheit gegen den Beitritt. Die EU setzte sich danach aus 15 Mitgliedstaaten zusammen (EU-15).

Während die Menschen in Österreich heute zentrale Errungenschaften der EU, wie den gemeinsamen Binnenmarkt mit seinen vier Grundfreiheiten, weit überwiegend positiv bewerten – die Ablehnung eines „Öxit“ liegt laut Umfragen bei 75 Prozent – wird Großbritannien heuer den entgegengesetzten Weg gehen und aus der EU austreten.

Das sagen die Österreicher zur EU-Mitgliedschaft

Laut aktueller Eurobarometer-Umfrage sehen 49 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher die EU Mitgliedschaft positiv, 16 Prozent negativ und 35 Prozent sind neutral eingestellt. Nur im Vereinigten Königreich (24 Prozent) und in Italien (17 Prozent) ist die ablehnende Haltung gegenüber der EU ausgeprägter als in Österreich. Seit Beginn der EU-Mitgliedschaft vor 25 Jahren, als Befürworter und Gegner jeweils etwa 30 Prozent ausmachten, hat sich die Stimmung dennoch deutlich verbessert.

Was hat sich aus Sicht der heimischen Bevölkerung durch den Beitritt zur Europäischen Union per 1. Jänner 1995 positiv entwickelt? Als positivste Errungenschaften der EU sehen Österreicherinnen und Österreicher gemäß der Eurobarometer-Umfrage den freien Verkehr von Personen, Gütern und Dienstleistungen (59 Prozent), den Frieden zwischen den Mitgliedsstaaten (47 Prozent) sowie den Euro (38 Prozent).

Als kleine offene Volkswirtschaft konnte Österreichs Wirtschaft von der europäischen Integration besonders profitieren. Denn mit dem EU Beitritt kam der Außenhandel Österreichs erst richtig in Schwung. Und das spiegelte sich in der Wirtschaftsleistung wider. Ökonomen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) haben einen Vergleich angestellt und errechnet, dass das Wirtschaftswachstum in Österreich seit dem EU Beitritt pro Jahr um rund 0,7 Prozentpunkte höher ausfiel, als es ohne EU-Beitritt der Fall gewesen wäre.

Nach der Ostöffnung hat Österreich ganz besonders von der Erweiterung der Europäischen Union nach Zentral- und Osteuropa ab 2004 profitiert. Das Wohlstandsniveau sei dem westeuropäischen Niveau seither deutlich nähergerückt: Während im Jahr 2000 die durchschnittliche Wirtschaftsleistung pro Kopf in Zentraleuropa – also in Polen, Slowakei, Tschechische Republik und Ungarn – noch weniger als die Hälfte des deutschen Niveaus betrug (46 Prozent), stieg der relative Wohlstand laut den Berechnungen bis 2018 auf 65 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung pro Kopf.

Österreich profitierte dabei nicht nur aufgrund des intensiven Handels mit der Region, sondern auch aufgrund der großen Investitionsbereitschaft österreichischer Unternehmen in Zentral- und Osteuropa.

Wirtschaft feiert den EU-Beitritt

An das 25-jährige Jubiläum des EU-Beitritts erinnert derzeit neben den österreichischen und europäischen Institutionen u.a. Versicherer Uniqa, der – wie Konkurrent VIG – heute stark in den europäischen Auslandsmärkten präsent ist und dem Thema 2020 verschiedene Feierlichkeiten widmet.

So gibt es eine Sonderbespielung für die LED-Fassade des UNIQA Towers. Bis 12. Jänner täglich – und danach in regelmäßigen Abständen am Wochenende – wird mit Anbruch der Dämmerung an 25 Jahre Österreich in der EU erinnert.

 

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