07. Jan 2020   Business Recht Steuer

Steuerberater begrüßen türkis-grüne Reformpläne

Steuern. „Die Richtung stimmt“, meint Klaus Hübner, Präsident der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Noch eine Branche freut sich: Die Sekthersteller.

„Mit dem Bekenntnis zum Nulldefizit sowie dem Ziel, die Staatsschulden unter die auf EU-Ebene vorgegebene Grenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung zu senken, signalisiert die Regierung, dass sie verantwortungsvoll mit den österreichischen Steuergeldern umgeht“, so Hübner in einer ersten Bewertung des jetzt vorgelegten Programms der Koalition aus ÖVP und Grünen. Ebenso sei der Plan, die Abgabenquote auf 40% zu senken, laut Hübner zu begrüßen.

Die Senkung der Körperschaftssteuer auf 21% helfe österreichischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu bestehen und die geplante Reduktion des Einkommensteuertarifs sowie die Erhöhung des Familienbonus sollten die nationale Kaufkraft stärken, so Hübner.

Derzeitiges Steuerrecht „zu komplex“

Der Kammer-Präsident begrüßt besonders die geplante Neukodifizierung des Einkommensteuergesetzes. „Die Komplexität des Steuerrechts hat inzwischen ein Ausmaß angenommen, das selbst Experten für schädlich halten“, meint Hübner. Auch die beabsichtigte Bekämpfung des Steuerbetruges wird von Hübner positiv beurteilt.

Aus der Sicht von Hübner wird auf eine ausgewogene und nachhaltige Finanzierung ebenso zu achten sein, wie auf eine machbare Administrierbarkeit.

Schaumweinsteuer soll fallen

Eine Branche freut sich schon jetzt über die Reformpläne der neuen Regierung: Für die heimische Sektbranche beginnt das neue Jahr nämlich mit einer prickelnden Nachricht. Die designierte Regierung von ÖVP und Grünen sieht im Regierungsprogramm die Abschaffung der Schaumweinsteuer vor.

Darüber könnten sich möglicherweise auch Endkunden in Zukunft freuen: Der Sekthersteller Schlumberger hat nämlich eine Weitergabe der Steuerersparnis an die Konsumenten in Aussicht gestellt.

Die Schaumweinsteuer wurde seit Wiedereinführung im Jahr 2014 von den Sektherstellern heftig kritisiert. Binnen zwei Jahren soll sie am Markt für einen Einbruch des Umsatzes um mehr als 25 Prozent geführt haben, so Schlumberger.

Noch offen ist derzeit der Zeitpunkt der Umsetzung. Das endgültige Datum der Abschaffung steht noch nicht fest. Bis es soweit ist wird Sekt, gleich wie Champagner, weiterhin besteuert. Frizzante-Produkte sind schon jetzt von der Schaumweinsteuer ausgenommen.

 

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