07. Feb 2020   Business

PwC-Studie warnt vor gezielten Cyber-Attacken

Studie. Österreichische CEOs orten gleichzeitig einen Fachkräftemangel im Bereich Cybersecurity.

Cyber-Bedrohungen nehmen zu und werden von rund einem Drittel aller CEOs weltweit als die größte Gefahr für ihr Unternehmen eingeschätzt. In Österreich sind es allerdings nur 21 Prozent aller Manager, so das Ergebnis der aktuellen PwC-Studie „23. Annual Global CEO Survey“.

„Obwohl die Bedrohung durch Cyber-Angriffe in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren immer präsenter wurde, ist dieses Gefährdungspotenzial bei den österreichischen CEOs noch nicht ausreichend verankert“, warnt PwC-Partner Georg Beham, Leiter des Bereichs Cybersecurity & Privacy bei PwC Österreich. „Zahlreiche heimische Unternehmen wähnen sich noch auf einer Insel der Seligen, was jedoch keineswegs dem realen Risiko der globalen Cyber-Bedrohung entspricht.“

Mangel an Experten

Gleichzeitig orten CEOs laut Studie auch einen Fachkräftemangel im Bereich Cybersecurity (AT: 38 %, EU: 31 %, Global: 38 %). „Aktuell kann die Zahl der Ausbildungsplätze und das Ausbildungsangebot den Bedarf nicht mehr abdecken. Hier sollten zeitnahe Maßnahmen ergriffen werden, die den existierenden Mangel an Cybersecurity-Talenten entschärfen. Ansonsten wird der steigende Bedarf an qualifizierten Experten zu einer Ressourcenknappheit führen, die es österreichischen Unternehmen unmöglich machen wird, angemessen auf zukünftige Anforderungen zu reagieren“, so Beham.

Gezielte Attacken

Während Cyber-Angriffe vor zwei Jahren noch eher willkürliche Krypto-Trojaner waren, die mittels Massenverteilung zufällige Opfer fanden, sehen sich Unternehmen heutzutage mit gezielten Attacken konfrontiert, so Beham. „Hierbei werden monatelange Vorbereitungen und ein hohes Maß an Ressourcen investiert, um enormen Schaden, etwa wochenlange Produktionsstillstände, bei gezielt ausgewählten Unternehmen herbeizuführen.“

Dieses Gefahrenpotential betrifft allerdings nicht nur das eigenen Unternehmen, sondern auch die Zusammenarbeit mit Zuliefer-Firmen: So ortet die Hälfte aller österreichischen CEOS (AT: 50 %, EU: 35 %, Global: 38 %) die „Verwundbarkeit der Lieferkette & Geschäftspartner“ als große Gefahr für ihr Unternehmen.

Datenschutz im Fokus

Der Punkt „Datenschutz und Regularien“ sei für österreichische CEOs laut Studie ein großer Einflussfaktor auf die weitere Cybersecurity-Strategie: 91 Prozent aller heimischen Manager bejahten diesen Punkt. In der gesamten EU waren es nur 63 Prozent und weltweit 59 Prozent.

Neben der Regulierung sei auch das „wachsende Bedenken der Kunden zum Thema Datenschutz“ (AT: 62 %, EU: 48 %, Global: 48 %) ein wichtiger Aspekt für CEOs.

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