10. Feb 2020   Business Finanz

Diamanten-Markt verliert kräftig an Glanz, so Bain

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Märkte. Im Jahr 2019 ging der Umsatz bei Diamantschmuck laut aktueller Schätzung um 2 Prozent zurück. Der Verkauf von Rohdiamanten könnte sogar um bis zu 25 Prozent gesunken sein.

Das weltweite Diamantengeschäft verliert laut Branchenreport „The Global Diamond Industry 2019“, den das Beratungsunternehmen Bain & Company gemeinsam mit dem Antwerp World Diamond Center (AWDC) veröffentlicht, an Schwung. Nachdem sich die Branche zuletzt von ihrer langen Stagnationsphase erholt gezeigt habe, ist die Nachfrage nach Diamanten in den ersten drei Quartalen 2019 jedoch wieder zurückgegangen, so der Report.

Für 2019 müsse laut Studie mit einem weltweiten Umsatzrückgang von 2 Prozent bei Diamantschmuck gerechnet werden. Der Verkauf von Rohdiamanten könnte sogar um bis zu 25 Prozent gesunken sein.

Besonders wichtig seien in diesem Zusammenhang die Märkte in den USA und China: Diese seien für die Diamantenindustrie von großer Bedeutung und sowohl die USA (- 2 %) als auch China (-5 %) sollen Rückgänge verzeichnet haben. Als einen möglichen Grund für den Umsatzrückgang in den USA ortet der Report den im September 2019 erhobenen 15-prozentigen Zusatzzoll auf chinesischen Schmuck.

Minenbetreiber drosseln Produktion

Laut Report sollen die Minenbetreiber in Erwartung eines Booms im Jahr 2017 eine Rekordmenge an Rohdiamanten geschürft haben:

  • Diesen Kurs korrigierten sie im Jahr 2018 und drosselten den Abbau um 3 Prozent.
  • Für das Jahr 2019 schätzt Bain derzeit, dass das Volumen der unverarbeiteten Steine noch einmal um 4 Prozent gesunken ist.
  • Der Umsatz der Verarbeiter, die Rohdiamanten schneiden, schleifen und polieren, ist 2019 voraussichtlich sogar um 10 bis 15 Prozent eingebrochen, so Bain.

Zeichen stehen auf Erholung

Die aktuellen Probleme dürften die Branche laut Bain auch 2020 belasten, doch langfristig erwartet das Beratungsunternehmen einen Aufwärtstrend: „Parallel zum gesamten Luxussektor wächst das Geschäft mit Designerschmuck selbst in der derzeit schwierigen Situation im hohen einstelligen Bereich“, so Bain-Partner Oliver Merkel.

Ein Grund für die Aufwärtsentwicklung sei laut Merkel, dass die Branchenplayer ihre Werbebudgets stark erhöht haben: Die Minengesellschaften sollen im Jahr 2019 demnach die Rekordsumme von rund 200 Millionen US-Dollar für Kampagnen ausgegeben haben.

 

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