27. Feb 2020   Business Steuer Tipps

Neues bei Betriebsübergaben, Home Office, Rot-Weiß-Rot-Karte

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Reformen. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck kündigt Erleichterungen für Betriebsübergaben und Home Offices an. Auch die Rot-Weiß-Rot-Karte wird neu.

„Aktuell sind die Kosten für Arbeitszimmer und dessen Einrichtung, wie zum Beispiel anteilige Miete, Strom und Heizung, nur dann als Betriebsausgabe geltend zu machen, wenn der Raum den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen beziehungweise beruflichen Tätigkeit bildet“, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck.

Diese Bestimmung entspreche nicht mehr der Arbeitswelt von heute und solle daher an die technischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten der digitalen Zeit angepasst werden, so Schramböck. „Gerade in der Start-up-Phase werden Räumlichkeiten aus Platznot oft gleichzeitig für berufliche und private Zwecke genutzt“, so die Ministerin.

Die Absetzbarkeit von Arbeitszimmern im betrieblichen Bereich soll daher im Ausmaß von maximal 1.200 Euro jährlich möglich sein, wenn für die Tätigkeit „kein anderer passender Arbeitsplatz“ zur Verfügung steht. Diese Entlastungsmaßnahme soll mit dem ersten Teil der Steuerreform per 1. Jänner 2021 in Kraft treten, so die Ministerin.

Übergangsfrist für Betriebsübergaben

Zwei Drittel der Betriebsübergaben erfolgen innerhalb der eigenen Familie. Für den übernehmenden Familienteil können aber die täglichen Tätigkeiten im Unternehmen, wie beispielsweise die Sicherung des bestehenden Kundenkreises, zu einer großen Herausforderung werden.

„Insbesondere die Sicherung des bestehenden Kundenkreises ist für den Fortbetrieb überlebenswichtig. Über die täglichen Prozesse hinaus verursachen einzelne gesetzliche Bestimmungen große Probleme. Potenziell an der Weiterführung interessierte Familienmitglieder werden so von einer Übernahme abgeschreckt. Andere entschließen sich schon nach kurzer Zeit zur Schließung des Betriebs“, so die Wirtschaftsministerin.

Das Regierungsprogramm sieht die Umsetzung von Erleichterungen für Betriebsübergaben vor. „Für Übergaben von kleineren und mittleren Unternehmen soll eine Übergangsfrist eingeführt werden, sofern mit der Übergabe Änderungen in der Geschäftsführung einhergehen“, so Schramböck.

Während dieser Zeit sollen laut Ministerin nur die nötigsten betrieblichen Kontrollen durchgeführt werden. Zusätzlich soll auch eine Ausdehnung des sogenannten „Fortbetriebsrechts“ umgesetzt werden, welches in der Gewerbeordnung vorgesehen ist.

Änderungen bei Rot-Weiß-Rot-Karte

Die Regierung will auch weniger gut bezahlte Jobs für Ausländer öffnen: Die Gehaltsuntergrenze, die Bürger aus Drittstaaten künftig benötigen um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, liegt nur noch bei 60 Prozent statt 50 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage. Das sind statt 3.200 nur noch 2.685 Euro.

 

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