04. Mrz 2020   Business

Status Quo der Gleichstellung: Viele Hürden für Frauen

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Gundi Wentner ©Deloitte / feelimage

Weltfrauentag am 8.3. Deloitte hat eine aktuelle Studie zur Gleichstellung in Österreich veröffentlicht. 90% der Umfrageteilnehmer sehen darin klare Karrierehürden für Frauen.

Das Fazit der Studie unter 314 österreichischen Führungskräften:

  • Rund drei Viertel der Befragten sehen eine hohe Relevanz in erster Linie auf gesellschaftlicher und individueller Ebene.
  • Als Motivation hinter der Beschäftigung mit der Thematik der Gleichberechtigung nannten mehr als die Hälfte der Befragten soziale Motive: Fast zwei Drittel setzen auf das Thema, um dadurch im „War for Talents“ Mitarbeiter gewinnen und binden zu können.
  • 62 % halten Gleichbehandlung zudem für fair und beschäftigen sich deshalb damit.

Unternehmerische Motive nachrangig

Unternehmerische Argumente wie Wettbewerbsvorteile oder Kosteneinsparungen werden als nachrangig eingestuft: „Der Mehrwert von Gleichstellung für die Unternehmen und den Wirtschaftsstandort wird nach wie vor unterschätzt. Die wahrgenommene Bedeutung für Unternehmen sinkt sogar noch weiter, wenn es explizit um die Relevanz für den eigenen Betrieb geht“, so Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich.

Einig ist man sich beim Thema Aufstiegschancen: 9 von 10 Umfrageteilnehmer sehen klare Karrierehürden für Frauen am Arbeitsmarkt. Laut 40 % sind sogar alle hierarchischen Ebenen davon betroffen.

Familie als Karrierehürde

Als Haupthindernisse nennen die Unternehmensvertreter gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen wie fehlende Kinderbetreuung und Ganztagsschulangebote. Weitere genannte Hemmnisse seien eine unzureichende Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie konservative Rollenbilder und Vorurteile.

Ein Blick auf die Gehaltszettel zeigt: Frauen in Österreich verdienen für gleichwertige Tätigkeiten durchschnittlich weniger als Männer. Zwei Drittel der Befragten machen dafür das Verhandlungsgeschick von Frauen verantwortlich.

Die tatsächliche Leistung habe laut den Umfrageteilnehmern nichts mit der ungleichen Bezahlung zu tun. Lediglich rund 2 % sind der Meinung, dass Männer mehr leisten und deshalb besser entlohnt werden.

„Individuelles Verhandlungsgeschick rechtfertigt laut einem OGH-Entscheid keine ungleiche Bezahlung. Es ist problematisch, dass die Verantwortung dafür vor allem auf der individuellen Ebene festgemacht wird“, so Aichinger.

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