27. Mrz 2020   Business

Windkraft wuchs 2019 deutlich stärker

Erneuerbare Energie. Die globale Windkraftleistung ist 2019 um rund 60 Gigawatt (GW) gewachsen, so Branchenvertreter: Es sei das bisher zweitbeste Jahr gewesen.

Die treibenden Länder hinter dem Ausbau waren China und die USA, wobei der Anstieg des Ausbaus dort besonders hoch ausfiel, da die Zukunft der Windkraft in diesen Ländern sehr unsicher erscheint, heißt es. Damit hat der Windkraft-Ausbau nach drei schwachen Jahren wieder kräftiger zugelegt.

„Um das Pariser Klimaabkommen erreichen zu können, muss der Windkraftausbau um ein Drittel gesteigert und ab 2030 mehr als verdreifacht werden“, fordert Ben Backwell, Geschäftsführer des weltweiten Windenergieverbandes GWEC und weist darauf hin, dass neben Änderungen der Rahmenbedingungen für den Windkraftausbau auch Kohle- und Gaskraftwerke zugesperrt werden müssen.

2019 war laut den Angaben insgesamt das zweitstärkste Ausbaujahr in der weltweiten Windkraftgeschichte. Mit 60,4 GW konnte der Ausbau von 2018 um 19 Prozent gesteigert werden. In Summe stehen weltweit 651 GW Windkraftleistung, wovon mit 95,5 Prozent der überwiegende Anteil davon an Land installiert ist. 29 GW Windkraftleistung sind am Meer aufgebaut, davon 75 Prozent davon wiederum in Europa. 2019 sei für die Offshore-Windkraft das bisher beste Ausbaujahr gewesen: Mit 6,1 GW Windkraftausbau am Meer wurde dieser um 39 Prozent gesteigert.

China ist Windkraftweltmeister

China und die USA sind einmal mehr die größten Windkraftmärkte gewesen. Zusammen konnten sie mehr als 60 Prozent des Windkraftausbaus für sich beanspruchen. Auch 2020 wird mit einer starken Steigerung gerechnet, da das Ende der aktuellen Fördersysteme von China und den USA naherückt: Damit sind die künftigen Rahmenbedingungen unsicher und viele Windkraft-Betreiber bemühen sich, Windparks noch rechtzeitig fertigzustellen.

Anders als die weltweite Windkraftentwicklung, trete jene in Europa seit Jahren auf dem Stand: Bis 2013 standen in keiner Weltregion mehr Windräder als in Europa. Seither sei der jährliche Ausbau aber nicht mehr gestiegen und der Anteil der Windkraft in Europa am weltweiten Windkraftbestand kontinuierlich gesunken. „Hier ist es höchste Zeit, dass die oftmaligen Bekundungen Europas Nummer 1 bei den erneuerbaren Energien zu werden mit Maßnahmen auch unterlegt werden“, meint Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft in Österreich.

Weltweit ist laut Backwell ein Ausbau von zumindest 100 GW Windkraftleistung pro Jahr in der nächsten Dekade nötig (und jährlich 200 GW ab 2030), um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

 

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