02. Apr 2020   Business Finanz Recht Tools

CEO-Fraud boomt im Homeoffice, warnt FMA

Eduard Müller Credit FMA 300x200
Eduard Müller ©FMA

Online-Kriminalität. Die Finanzmarktaufsicht FMA warnt, dass Online-Betrug in der Corona-Krise stark zunimmt: Die Arbeit im Homeoffice begünstigt CEO-Fraud, betrügerische Corona-Hilfsangebote, Phishing & Co.

Dabei handele es sich häufig um längst bekannte Tricks, die nun angesichts der besonderen Herausforderungen durch die Covid-19-Krise und die damit verbundene Zunahme der Unsicherheit in vielen Lebensbereichen, in neuer Verpackung auftreten.

Helmut Ettl Credit FMA 300x200
Helmut Ettl ©FMA

„Bleiben Sie auch in der Krise kritisch,“ mahnt der Vorstand der FMA, Helmut Ettl und Eduard Müller: „Halten Sie die üblichen Kontrollmechanismen und Vorsichtsmaßnahmen auch in dieser besonders herausfordernden Zeit ein. Gerade jetzt gilt: Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist meist auch nicht wahr.“

Vorsicht vor diesen aktuellen Tricks – aber nicht nur

Die FMA listet in einer Aussendung eine Reihe von Betrugsmaschen auf, die in der Vergangenheit bereits zu hohen Schäden in Österreich geführt haben: So kostete der CEO-Fraud bei uns schon etliche Manager ihren Job und ihre Unternehmen nach Schätzungen einen dreistelligen Euro-Millionenbetrag.

In der Corona-Pandemie legen diese und andere Betrugsversuche nun erneut zu, so die FMA. Hüten sollte man sich demnach etwa vor folgenden Tricks:

  • CEO-Fraud. Betrüger versuchen vermehrt, auch unter Ausnutzung der besonderen Herausforderungen für Mitarbeiter von Unternehmen, wie etwa das Teleworking und Home-Office, durch gefälschte Emails von Vorgesetzten, insbesondere von Mitgliedern der Geschäftsleitung, Überweisungen unter Umgehung der üblichen internen Kontrollstandards betrügerisch herauszulocken. Dabei wird „strenge Vertraulichkeit“ gefordert und soll die Kommunikation auf E-Mail-Verkehr in den im E-Mail genannten Adressaten-Kreise (mit den gefälschten Mail-Adressen) beschränkt werden. Zudem werden häufig gefälschte Informationen und Schreiben renommierter Anwaltskanzleien angefügt, und / oder es wird auf Anweisungen von Aufsichtsbehörden wie der FMA verwiesen, samt gefakter Links und E-Mail-Adressen.
  • Phishing. Altbekannt und leider gerade jetzt ein Renner sind sogenannte „Phishing“-Aktivitäten, die laut FMA derzeit boomen: Beim Phishing versuchen Betrüger via E-Mail oder Social-Media-Kommunikation, von Verbrauchern vertrauliche Kontodaten herauszulocken, mit denen sie dann betrügerische Transaktionen tätigen. Dabei wird – oft als Schreiben oder Mail der Bank getarnt – ein vermeintliches Update der Konto-Daten gefordert, oder es werden zusätzliche Kontoinformationen angefordert, um eine Transaktion durchführen oder vollenden zu können.
  • Penny-Stock-Pushing. Zunehmend treten laut FMA auch dubiose Informationsdienste und Anlagebriefe auf, die angebliche Insider-Tipps zu – tatsächlich wertlosen – Aktien von Unternehmen verbreiten, die angeblich kurz davorstehen,ein Covid-19-Medikament oder eine Covid-19-Impfung auf den Markt zu bringen, weshalb deren Kurs in die Höhe schnellen werden. Die Betrüger haben vorab alle oder viele der wertlosen Aktien, die meisten nur für Cent- oder Penny-Beträge an exotischen Börsen oder Marktsegmenten notieren, unter ihre Kontrolle gebracht, pushen den Kurs durch die Fake-Corona-News und verkaufen die tatsächlich wertlosen Papiere dann teuer an die getäuschten (Klein)anleger.
  • Vorschuss-Betrug. Überdies sei zu beobachten, dass das Angebot an angeblich problemlosen Krediten via Mail und Internet stark zunimmt. Dabei handelt es sich in der Regel um Betrüger, die einen günstigen Kredit ohne (oder mit sehr lockerer) Bonitätsprüfung in Aussicht stellen. Vor der angeblichen Auszahlung des Kreditbetrages fordern diese aber noch eine vergleichsweise geringe Gebühr oder andere Vorab-Leistung. Diese wird einkassiert, der Kredit aber nie ausbezahlt.

Die Info-Angebote

Weitere Informationen zum Thema Finanz- und Anlagebetrug finden sich auf der Website der FMA. Dort gibt es außerdem eine Datenbank der Behörde mit Investorenwarnungen, die vor unseriösen Anbietern warnen, die auf dem österreichischen Markt Aktivitäten entfaltet haben. Überdies bietet die FMA die „FMA-Sicherheits-App“, mit der aktuelle Warnmeldungen auf das Smartphone der User gesandt werden.

 

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