14. Apr 2020   Business

Zahl der konfiszierten Pirateriewaren hat sich verzehnfacht

Handel. Der Zoll verzeichnete im Vorjahr 2.026 Sendungen mit insgesamt 370.240 gefälschten Produkten im Wert von 16 Mio. Euro. Doch weit größer ist der Wert der Waren, die nicht erwischt werden.

Die Anzahl der aufgegriffenen Sendungen hat sich 2019 im Vergleich zum Jahr 2018 verdreifacht und die Zahl der Pirateriewaren sogar nahezu verzehnfacht, geht aus dem von Finanzminister Gernot Blümel dem Parlament vorgelegten Produktpirateriebericht hervor. Die Anträge auf Tätigwerden der Behörde erreichten mit 1.555 einen neuen Höchstwert, berichtet die Parlamentskorrespondenz.

Ein gegenläufiger Trend zeige sich bei den aufgegriffenen Medikamentenfälschungen und illegalen Medikamenten mit insgesamt 337.291 Produkten. Zurückgeführt wird das im Bericht auf die abschreckende Wirkung der im negativen Rekordjahr 2018 erfolgten Großaufgriffe von 1,2 Mio. gefälschter und illegaler Medikamente.

Weitere von Fälschung betroffene Warengruppen sind Luxuskonsumgüter wie Uhren, Parfums oder Lederwaren, aber auch B2B-Produkte sowie Konsumgüter wie etwa Spielwaren, Kosmetika und Lebensmittel.

China, Balkan und Türkei

Die meisten gefälschten Waren kamen 2019 weiterhin aus China. Aber auch gefälschte Waren aus den Balkanstaaten und der Türkei, die über den Landweg in die EU gelangten, wurden in Österreich aufgegriffen, heißt es.

Der Transport von Kleinsendungen durch Kurierdienste oder über den Postweg sei mit über 80% die häufigste Beförderungsart über die EU-Außengrenzen nach Österreich.

Verluste in Höhe von 1 Mrd. Euro

Trotz massivem Anstieg bei der Zahl der durch den Zoll konfiszierten Pirateriewaren in Höhe von 16 Mio. Euro, scheint dies aber nur die Spitze des Eisbergs zu sein: Das Finanzministerium verweist auf Zahlen aus dem „Statusbericht 2019 über die Verletzung des geistigen Eigentums“ des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO), wonach sich die Verluste in Österreich aufgrund von Fälschungen auf 7,1% der jährlich erwirtschafteten direkten Umsätze belaufen.

Dies entspreche einem Wert von rund einer Mrd. Euro pro Jahr und bedeute einen Verlust von 8.273 Arbeitsplätzen, so der Bericht. Am stärksten betroffen seien der Bekleidungs- und Schuhwarensektor mit Einbußen von 634 Mio. Euro und der Bereich der Kosmetika und Körperpflegeprodukte mit 145 Mio. Euro.

 

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