15. Mai 2020   Business Finanz

Coronakrise: Heute öffnet die Gastronomie

Hilfspaket. Nach 60 Tagen Sperre öffnet heute wieder ein Großteil der Gastronomie in Österreich. Nun wird sich zeigen, ob das Hilfspaket der Regierung wirkt.

Genau 60 Tage durften Restaurants und Kaffeehäuser keine Gäste in ihren Räumlichkeiten bewirten. Zwar waren Abholungen und Lieferungen gestattet, das Verweilen in den Lokalen ist aber erst seit heute wieder möglich. Nun wird sich zeigen, wie das von der Regierung ins Leben gerufene Hilfspaket für die Gastronomie die vielerorts prognostizierte Konkurswelle in der Gastroszene abwenden kann.

„Mit dem umfassenden Wirte-Hilfspaket, das viele langjährige Branchenforderungen umfasst, wird die vom Coronavirus schwer getroffene Gastronomie-Branche entlastet“, begrüßt Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), das Hilfspaket für die Gastronomie mit einem Umfang von 500 Mio. Euro.

Zu den zentralen Punkten des Pakets zählen die Senkung der Umsatzsteuer auf 10% auf alkoholfreie Getränke sowie die Ausweitung der Umsatzgrenze für die Gastgewerbepauschalierung von 240.000 auf 400.000 Euro. Zudem gibt es ein neues Modell für die Beschäftigung von Aushilfskräften, die bereits in einem anderen voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis stehen.

Auch die steuerliche Absetzbarkeit von Geschäftsessen wird in einem höheren Ausmaß als bisher ermöglicht. Abgerundet wird das Paket durch eine Anhebung der Grenzen für steuerfreie Essensgutscheine von 4,40 Euro auf 8 Euro pro Tag sowie die Abschaffung der Schaumweinsteuer.

Langjährige Forderung bezüglich Schaumweinsteuer

Dass die Schaumweinsteuer in Österreich fällt, ist auch unabhängig von der Coronakrise eine bereits lange Zeit andauernde Forderung der österreichischen Hersteller. „Das Ende der Schaumweinsteuer ist nicht nur eine Entlastungsmaßnahme, sondern auch eine wichtige Unterstützung unserer heimischen Winzer“, so Johannes Schmuckenschlager, ÖVP-Umwelt- und Klimaschutzsprecher, der auch Präsident des Weinbauverbandes ist.

Österreichische Schaumweine haben durch die Steuer einen Nachteil, etwa gegenüber italienischen Schaumwein-Produkten, die davon ausgenommen sind. „Nun unterstützen wir die österreichischen Weinbaubetriebe mit der Abschaffung dieser Steuerbelastung und sorgen für Unterstützung sowie Konsumanreize in diesen herausfordernden Zeiten“, so Schmuckenschlager.

Gewerkschaft: 500 Millionen sind zu wenig

Auch die Gewerkschaft vida begrüßt das Hilfspaket, bezeichnet dieses aber als „Tropfen auf den heißen Stein“. Steuererleichterungen ab Juli seien keine Soforthilfe. „Wir vermissen außerdem, dass zunächst auf jene Gastronomen geschaut wird, die ihre Mitarbeiter nicht auf die Straße gesetzt haben“, so Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida.

 

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