25. Mai 2020   Business

Flaute bei Luxusgütern: Nicht alle trifft es gleich hart

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Handel. Die Coronakrise hat auch den Markt für Luxusgüter getroffen. Im ersten Quartal 2020 ging der Umsatz weltweit um rund 25 Prozent zurück.

Obwohl viele ihre Ladengeschäfte erst Mitte März 2020 schließen mussten, ist der Umsatz weltweit bereits im ersten Quartal dieses Jahres um rund ein Viertel eingebrochen. Auf das Gesamtjahr betrachtet wird der Luxusgütermarkt je nach Dauer und Umfang der jeweiligen Lockdown-Maßnahmen um 20 bis 35 Prozent schrumpfen. Das prognostiziert Unternehmensberater Bain & Company gemeinsam mit dem italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagamma im Frühjahrsupdate ihrer „Luxury Goods Worldwide Market Study“.

Der Studie zufolge ist mit einer nur langsamen Erholung zu rechnen. Frühestens 2022 werde der Umsatz wieder das Niveau des Jahres 2019 erreicht haben. Damals hatte er sich auf rund 281 Milliarden Euro belaufen. „Der Luxusgütermarkt wird sich zweifelsohne erholen. Allerdings wird sich die Branche tiefgreifend verändern“, so Oliver Merkel, Partner bei Bain.

Vollbremsung in den Kernregionen

Nach dem Wachstum des Markts von 4 Prozent 2019 war die Luxusgüterbranche gut in das laufende Jahr gestartet. Die Hersteller von Schmuck, Uhren, Kosmetik, Markenkleidung und Accessoires verzeichneten sowohl in China als auch in Europa und den USA gute Verkaufszahlen. Doch dann kam im Frühjahr 2020 alles anders als erwartet.

„Die schnelle weltweite Verbreitung des Corona-Virus hat zu einer Vollbremsung in allen Kernmärkten geführt“, so Bain-Managerin Marie-Therese Marek. „Der Flugverkehr ist wegen der weltweiten Grenzschließungen weitgehend zum Erliegen gekommen, deshalb sind auch die wichtigen Einnahmen durch Luxuseinkäufe von Reisenden an den Flughäfen weggebrochen. Gleiches gilt für die touristischen Ziele in Europa.“ Allerdings wurden nicht alle Marktsegmente gleich schwer getroffen:

  • Besonders hart von der Corona-Krise erwischt wurden die Hersteller hochwertiger Uhren. Ihre Produkte werden überwiegend in Fachgeschäften verkauft.
  • Kaum besser ergeht es den Produzenten von luxuriöser Bekleidung und Schmuck. Denn durch die Ausgangsbeschränkungen und Veranstaltungsverbote entfallen festliche Anlässe, bei denen Abendkleider und Colliers getragen werden.
  • Als robuster haben sich bislang die Kategorien Kosmetik und Accessoires erwiesen. Diese werden häufiger online gekauft.

Rückkehr zu gewohntem Wachstum wird dauern

Der Onlinevertrieb, der schon 2019 kräftig gewachsen ist, hat den Einbruch des Luxusgeschäfts bis zum jetzigen Zeitpunkt teilweise abgefedert. Während den Markenshops und großen Kaufhäusern aufgrund der angeordneten Schließungen Umsätze verloren gingen, haben die Einkäufe im Internet zugenommen.

Die Studie prognostiziert eine weitere Steigerung im Online-Bereich: Bis 2025 werden auf den Onlinevertrieb voraussichtlich rund 30 Prozent des gesamten Branchenumsatzes entfallen, so die Studie.

Auf ihren gewohnten Wachstumspfad von jährlich rund 6 Prozent dürfte die gesamte Branche bis 2025 zurückgekehrt sein. Dann erwartet Bain einen weltweiten Luxusgüterumsatz von 320 bis 330 Milliarden Euro.

 

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