28. Mai 2020   Business Finanz

Covid-19 kostet Fonds und Pensionskassen rund 10%

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Helmut Ettl ©FMA

Finanzmarkt. Die Finanzmarktaufsicht FMA hat die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf Investmentfonds und Pensionskassen erhoben: Die Zahlen sind vorerst drückend.

Zum Ende des 1. Quartals 2020 wurden in österreichischen Investmentfonds Vermögenswerte von rund 174 Mrd. Euro verwaltet. Damit fiel das Fondsvermögen in den ersten drei Monaten des Jahres insbesondere aufgrund der gegen Ende des Quartals besonders starken Covid-19-Turbulenzen an den Kapitalmärkten um 10,6% bzw. 20,7 Mrd. Euro tiefer aus, heißt im aktuellen Quartalsbericht der FMA. Davon waren rund 2,2 Mrd. Euro auf Nettomittelabflüsse, der Rest auf Kurswertverluste zurückzuführen.

  • Gegliedert nach Anlagestrategie waren die Verluste bei den 328 Aktienfonds mit -26,0% (auf € 24,4 Mrd.), bei den 1.114 Mischfonds mit -8,4% (auf € 76,5 Mrd.) sowie den 435 Rentenfonds mit -8,1% (auf € 57,1 Mrd.) am höchsten.
  • Gut hielten sich in dieser schwierigen Situation die 53 kurzfristigen Rentenfonds mit -1,8% (€ 5,9 Mrd.), die 18 Immobilienfonds mit +0,3% (€ 9,4 Mrd.), sowie die 33 Private Equity Fonds (€ 0,6 Mrd.).
  • Die 39 sonstigen Fonds (€ 0,4 Mrd.) blieben in etwa gleich.

Ganz ähnlich ging es den österreichischen Pensionskassen (PK): Das von ihnen verwaltete Vermögen sank laut FMA-Zahlen auf € 21,9 Mrd. und hat sich damit um -9,8% zum Vorquartal verringert. Gleichzeitig stieg die Zahl der Anwartschaftsberechtigten um 0,6% auf fast 874.000, die Zahl der Leistungsberechtigten um 0,7% auf knapp über 112.000.

Damit haben in etwa 22,7% aller unselbständig Erwerbstätigen in Österreich eine Anwartschaft auf eine Leistung aus dem Pensionskassensystem. Die von der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) quartalsweise errechnete Veranlagungsperformance betrug im 1. Quartal 2020 -10%, wobei die überbetriebliche PKs (-10,4%) signifikant schlechter abschnitten als die betrieblichen (-5,9%).

Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre betrug damit die Performance -0,4%, jene der vergangenen fünf Jahre +0,4% und für die vergangenen zehn Jahre betrug sie im Schnitt +2,9%, so die FMA.

Das von den Pensionskassen verwaltete Vermögen wird zu rund 96,36% indirekt über Investmentfonds gehalten. Letztlich teilt es sich auf folgende Anlagekategorien auf: Schuldverschreibungen 44,03%, Aktien 29,80%, Guthaben bei Kreditinstituten 9,43%, Immobilien 5,42%, Darlehen und Kredite 0,75%, und sonstige Vermögenswerte 10,56%. Dabei werde 31,22% des Veranlagungsvolumens – nach Absicherungsgeschäften – in fremder Währung gehalten.

Das Statement

„Insbesondere der Monat März, indem eine Reihe von EU-Staaten – so auch Österreich – einen Shut Down des Wirtschafts- und Gesellschaftslebens verordnet haben, löste an den Börsen Turbulenzen aus, die die Asset Manager vor große Herausforderungen stellten,“ so der Vorstand der FMA, Helmut Ettl und Eduard Müller. „Das von der FMA gegen Ende des Quartals verhängte, zeitlich befristete Short-Selling-Verbot in Aktien, die an der Wiener Börse notieren, unterband überschießende spekulative Leerverkaufsattacken auf heimische Aktien und trug so wesentlich zur Beruhigung der Märkte bei“, zeigen sich die FMA-Vorstände mit ihrer Maßnahme zufrieden: „Bereits im April konnte der Nettomittelabfluss des Vormonats großteils wieder aufgeholt werden.“

Die Asset Manager selbst zeigen sich übrigens optimistisch, die Corona-Verluste wieder aufholen zu können. Immerhin hat es an den Börsen bereits eine Aufwärtsbewegung gegeben. So hofft Pensionskassen-Obmann Andreas Zakostelsky auf bessere Zeiten.

 

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