23. Jun 2020   Recht

Beschwerden über Streaming-Seiten häufen sich

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Cybercrime. Durch die Isolationsmaßnahmen ist die Nachfrage nach Streamingdiensten gestiegen. Beim EVZ  gingen deswegen zahlreiche Beschwerden ein.

Konsumenten, die im Internet nach Streaming-Angeboten für TV-Serien oder Filme suchen, finden neben bekannten Marktführern auch unbekannte Webseiten. Die Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 haben die Nachfrage nach solchen Webseiten boomen lassen.

Auch wenn sich der Ansturm von Neukunden auf die Streaming-Plattformen bereits etwas gelegt hat, die erhöhte Nachfrage im Bereich Video-Streaming hat auch zu einer erhöhten Anzahl von Personen geführt, die auf betrügerische Angebote hereingefallen sind.

Aufgrund von Hilfeanfragen von Geschädigten hat das im Verein für
Konsumenteninformation (VKI) angesiedelte Europäische Verbraucherzentrum Österreich (EVZ) Informationen zum Thema Video-Streaming zusammengestellt.

Datenklau, Malware und Drohungen

Vor folgenden betrügerischen Vorgehensweisen warnt das EVZ:

  • Kunden registrieren sich, geben ihre persönlichen Daten preis und erhalten dafür im Gegenzug nichts, weil es die angepriesenen Videos in der vorgetäuschten Mediathek gar nicht gibt. Solche Webseiten werden oft nur mit dem Ziel des Daten-Phishings eingerichtet. Zusätzlich zu den Einnahmen durch die Weitergabe der erbeuteten Daten finanzieren sich diese kriminellen Internetauftritte auch durch das Schalten aggressiver Werbung, heißt es.
  • Andere Webseiten bieten zusätzlich eigene Streaming- oder Player-Software zum Download an. Dies richte oft große Schäden an, wenn Kunden sich, um die vermeintlichen Streams ansehen zu können, als Abspielsoftware getarnte Computerviren oder Malware in ihrem System installieren.
  • Zudem komme es häufig zu aggressiv formulierten Geldforderungen für angeblich abgeschlossene Abonnements oder Mitgliedschaften, denen die Konsumenten auf keinen Fall nachkommen sollten, warnt das EVZ. Da die Nachfrage nach Streaming-Diensten dermaßen groß ist, reiche es den Tätern, wenn pro zehntausend Aufrufen einige Opfer den Einschüchterungen nachgeben, um Profit aus den Domains zu ziehen.

Verstöße gegen das Copyright

Ein weiteres Problem seien illegale Streaming-Plattformen, die das Copyright im großen Stil missachten und so Raubkopien oder gestohlene Sportübertragungen zu Dumpingpreisen verbreiten und dabei persönliche Daten stehlen.

Das EVZ empfiehlt zum Schutz vor unseriösen Anbietern:

  • Bei der Auswahl eines Streaming-Anbieters Zeit lassen. Man solle die Angebote mit anderen etablierten Anbietern vergleichen. Wenn die Tarife unrealistisch günstig sind, sich Kundenrezensionen mit Beschwerden betrogener Kunden im Web finden lassen oder Filme angeboten werden, die noch in den Kinos laufen, sollte man von dem Angebot Abstand nehmen und andere Anbieter wählen.
  • Ein weiteres Anzeichen für betrügerische Angebote sei der illegale Umgang mit Nutzungsrechten. Anzeichen für Verstöße sind z.B. wenn häufig versichert wird, dass es sich um ein legales Angebot handelt oder, wenn es Anleitungen gibt, wie man die Seite über Proxyserver erreichen bzw. Ländersperren umgehen kann.
  • Andere verdächtige Anzeichen sind, wenn Suchmaschinen die Seite aus den Trefferlisten gelöscht haben, ein Warndienst die Seite auf seine schwarze Liste gesetzt hat oder wenn User Videos hochladen können.

Wenn jemand bereits in eine Falle getappt ist, empfiehlt das EVZ nicht zu bezahlen. Dies selbst dann, wenn die Forderung mit Drohungen versehen ist.

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