29. Jul 2020   Business Recht

Das Wiener Zinshaus trotzt Corona, so EHL

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Franz Pöltl ©EHL

Immobilien. Um 10,5 Prozent sind Zinshäuser trotz Corona im Preis gestiegen, so Immo-Dienstleister EHL: Österreichische Privatinvestoren ziehe das Sicherheitsgefühl an.

Der Markt für Zinshäuser in Wien hat durch die Coronakrise nicht gelitten, sondern weiter an Attraktivität gewonnen. Zu diesem Schluss kommt die EHL Investment Consulting GmbH in ihrem neuen EHL-Zinshausmarktbericht.

Das schwierige wirtschaftliche Umfeld, wenig attraktive Anlagealternativen im Bereich der Aktien und der festverzinslichen Wertpapiere sowie die Erwartung einer noch über Jahre hinweg anhaltenden Niedrigzinspolitik der EZB machten das Zinshaus für langfristige, sicherheitsorientierte Investoren zum Veranlagungsziel, heißt es weiter. „Die Nachfrage nach Zinshäusern war auch während der akuten Lockdown-Phase ungebrochen und ist heute so stark wie seit Jahren nicht mehr“, so Franz Pöltl, Geschäftsführender Gesellschafter der EHL Investment Consulting.

Das liege auch daran, dass Zinshäuser die negativen Auswirkungen der Krise vergleichsweise wenig spüren: Die Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum, vor allem in historischen Zinshäusern sei seit vielen Jahren unabhängig von der konjunkturellen Situation deutlich größer als das Angebot.

Die Attraktivität von Zinshäusern zeigt sich auch in den von EHL erhobenen Marktkennzahlen. In allen Wiener Bezirken – Zinshäuser sind fast ausschließlich ein Thema der städtischen Ballungsräume – wurden laut EHL im Jahresvergleich Wertsteigerungen registriert, durchschnittlich lagen diese demnach im Bereich von rund 10,5 Prozent. Für 2020 rechnet Pöltl damit, dass das Transaktionsvolumen von
1,75 Mrd. Euro im Jahr 2019 neuerlich übertroffen werden könnte.

Mietrechtsgesetz als Dämpfer für die Mieten

Da die Wohnungsmieten auf Grund des Mietrechtsgesetzes (MRG) in den Zinshäusern ohnehin weit unter den Marktmieten liegen, gebe es auch durch die Pandemie keine Befürchtungen, dass die diese unter Druck geraten könnten oder es zu signifikanten Leerstehungen kommen könnte.

Der Markt werde dabei nach wie vor von österreichischen Investoren dominiert, wobei die Gruppe der Entwickler unter den Käufern ständig gewachsen sei, da Eigentumswohnungen in den historischen  Zinshäusern ebenfalls sehr nachgefragt sind, so Pöltl: Er rechne damit, dass gegen Jahresende der eine oder andere institutionelle Investor die Marktsituation nutzen könnte, um rechtzeitig vor dem Bilanzstichtag Gewinne zu realisieren. „Es wäre nicht überraschend, wenn auch sehr
prestigeträchtige Objekte, die über Jahrzehnte hinweg nicht gehandelt wurden, jetzt wieder auf den Markt kommen.“

 

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