Verena Dorner ist WU-Professorin für Digital Ecosystems

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Verena Dorner ©Lichtbox Passau

Wien. Die WU Wien hat Verena Dorner zur Professorin für das Lieblingsthema von Apple, Google, Amazon & Co ernannt:  „Digital Ecosystems“.

Die WU freue sich, mit August 2020 eine neue Professorin zu begrüßen: Verena Dorner verstärke als Professorin für Digital Ecosystems die Forschung und Lehre am Department für Informationsverarbeitung und Prozessmanagement.

Forschen an Robo-Advisors, Digital-Kunden und mehr

Dorners Publikationen illustrieren, dass die neue Professorin an angesagten Themen arbeitet – nämlich dem Umgang mit Konsumenten in der digitalen Welt. Hightech-Riesen wie Apple, Google, Amazon, Microsoft und andere beherrschen dies meisterhaft, wobei es ganz wesentlich darum geht, die User an die eigene Plattform zu binden – sie also in den Grenzen des eigenen digitalen Ökosystems zu halten. Das Thema Digital Ecosystems hat freilich vielfältige Aspekte. Einige Beispiele aus der Publikationsliste der neuesten WU-Professorin:

  • „Designing a robo-advisor for risk-averse, low-budget consumers“ (Jung, Dorner, Weinhardt, Pusmaz, „Electronic Markets“, 2018)
  • „A configuration-based recommender system for supporting e-commerce decisions“ (Scholz, Dorner, Schryen, Benlian, „European Journal of Operational Research“, 2017)
  • „Leave a Comment! An In-Depth Analysis of User Comments on YouTube“ (Schultes, Dorner, Lehner, „Wirtschaftsinformatik“, 2013)

Die Laufbahn

Dorner (39) promovierte 2012 an der Universität Passau mit dem Thema „Entscheidungsunterstützung im Projekt-Portfolio-Management – Generierung einer transparenten Entscheidungsgrundlage“. 2014 wechselte sie ans Karlsruher Institut für Technologie, wo sie die Forschungsgruppe zu Electronic Markets and User Behavior und das Karlsruhe Decision and Design Lab leitete.

Sie sammelte laut der Wiener Wirtschaftsuni weiters Auslandserfahrungen an der University of Jyväskylä (Finnland), der Corvinus Universität Budapest, der University of Malaya in Kuala Lumpur, der University of Pretoria (Südafrika) und der University of Newcastle (Australie)n. Von 2017 bis 2018 war sie Gastprofessorin für Wirtschaftsinformatik an der Universität zu Köln, im Anschluss für Consumer and User Behavior am Karlsruher Institut für Technologie.

Digitale Unterstützung bei Entscheidungsfindung

In ihrer Forschung beschäftige sich Verena Dorner vor allem mit der Digitalisierung der Entscheidungsfindung in verschiedenen Ökosystemen (z.B. von VerbraucherInnen oder Finanzen) und entwickle Algorithmen und Systeme zur Unterstützung von EntscheidungsträgerInnen.

Dafür analysiert sie insbesondere kognitive und emotionale Aspekte des Entscheidungsprozesses und entwickelt entsprechende Modellierungen und Systemdesigns. Ihre Forschung dazu wurde mehrfach durch den Heinz-Sauermann-Förderpreis der Gesellschaft für experimentelle Wirtschaftsforschung unterstützt.

Konkret hat sie sich u.a. mit dem Einfluss von Emotionen auf das Verhalten von Menschen bei Versteigerungen auseinandergesetzt und untersucht, welches Potential Emotionstrainings und Live-Biofeedback (das Echtzeit-Beobachten körpereigener Vorgänge mittels technischen Hilfsmitteln) haben, um Phänomenen wie dem Auktionsfieber, das zu erhöhten Geboten führen kann, vorzubeugen. Ein Vorschlag zum Einsatz von Biosignalen in Gruppeninteraktionen gewann den Best Prototypes and Products Award der DESRIST 2017.

Sie erforsche auch, wie Robo-Advisory-Plattformen gestaltet werden können, um unerfahrene InvestorInnen, die keine oder konservative Anlagestrategien verfolgen, besser zu unterstützen. Ihr Forschungsartikel dazu wurde von der Zeitschrift „Electronic Markets“ mit dem Paper of the Year-Award für 2019 ausgezeichnet.

Die Ziele an der WU

In ihrer Forschung an der WU soll sich die Wissenschaftlerin vor allem interdisziplinär austauschen und weiterhin Informationssysteme, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Verbraucherverhalten, adaptives Systemdesign und Datenanalyse untersuchen. Dorner: „Meine Forschung ist vor allem quantitativ, experimentell und verhaltensorientiert. Daher möchte ich an der WU weitere Systeme, Verfahren und Schnittstellen entwickeln, die auf Interaktionsmuster und neurophysiologische Daten von AnwenderInnen reagieren.“

In der Lehre möchte sie ihren Studierenden „theoretische und methodische Kompetenzen vermitteln, die es ihnen ermöglichen, die Herausforderungen von digitalen Ökosystemen zu analysieren und fundierte Lösungen erarbeiten. Das soll sie bestmöglich auf den Arbeitsmarkt vorbereiten.“

Die neue WU-Professorin Dorner wird auch stellvertretende Programmdirektorin im neuen englischsprachigen Masterprogramm Digital Economy, für das Bewerbungen ab September 2020 möglich sind.

 

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