13. Aug 2020   Bildung & Uni Business Recht

Neues Titel-Handbuch: Von Amtsrat über Bachelor bis Oberoffizialin

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©Austrian Standards

Wien. Der Praxisleitfaden „Titel in Österreich“ geht fast 1.600 Bezeichnungen auf den Grund: In der 6. Auflage kam u.a. die akademische Aufwertung des „Meisters“ dazu.

Sie sind fast so österreichisch wie der Stephansdom und die Sachertorte selbst, heißt es im Verlag von Austrian Standards: Fast 1.600 Titel gibt es hierzulande mittlerweile. Der aktualisierte Praxisleitfaden „Titel in Österreich“ kenne sie alle (wofür nicht weniger als 276 Seiten notwendig sind) und soll erklären, was es bei diesem Thema zu beachten gilt – das durchaus sensibel sein kann.

Am Anfang war es noch einfach

Als zu Zeiten Maria Theresias die Erfolgsgeschichte der Titel in Österreich begann, waren die Dinge noch überschaubar: „Dipl.-Ing.“ wies den Weg zum Ingenieur, „Dr. med. univ.“ identifizierte den Allgemein­mediziner. Mittlerweile gibt es hierzulande fast 1.600 Titel – von akademischen Graden über Amts-, Berufs- und Ehrentitel bis hin zu Funktionsbezeichnungen, jeweils weiblich und männlich.

Aus Gründen, deren Erforschung sicher lohnend wäre, ist Österreich auch 2020 noch immer sehr titel-affin. Orientierung und Hilfestellung bei der korrekten Verwendung bietet das jetzt in 6., aktualisierter und erweiterter Neuauflage erschienene Kompendium „Titel in Österreich“.

Ständig Neues auf dem Gebiet der Titel

Seit Juli dieses Jahres dürfen Handwerker ihren „Meister“ als offiziellen Qualifikationstitel führen und diesen auch in den Reisepass eintragen lassen. Auf Niveau 6 im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) steht er damit auf einer Stufe mit Bachelor-Abschluss oder Ingenieur-Qualifikation. Zu Recht, denn „der Meister ist einer der am längsten existierenden Titel“, so Autor Heinz Kasparovsky, der gemeinsam mit seiner Kollegin und Mitautorin Ingrid Wadsack-Köchl die Abteilung für Internationales Hochschulrecht im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung leitet.

Neue Titel im Gesundheitsbereich

Neben der Aufwertung des Meistertitels spiegeln sich in der Neuauflage zahlreiche Entwicklungen der letzten vier Jahre wider: So wurden neue Titel im Gesundheitsbereich sowie neue Verwendungsbezeichnungen für Vertragsbedienstete und IT-Bedienstete des Bundes ergänzt. Zusätzlich wurde die neu gestaltete Ingenieursqualifikation – wie Meister und Bachelor auf NQR-Niveau 6 – aufgenommen.

Titel im Praxiseinsatz

Für Erleichterung bei den UserInnen dürften Adaptierungen bei den Abkürzungen sorgen: Neben einer umfassenden Homogenisierung darf ab jetzt weitgehend auf den Punkt am Ende verzichtet werden. Überlegungen zur Ansprache von Personen in Briefen oder in persönlicher Anrede helfen bei der täglichen Korrespondenz.

Die vorliegende Auflage berücksichtige alle in den aktuell gültigen österreichischen Bundes- und Landesgesetzen erwähnten Titel. Darüber hinaus seien auch die Titel aller in Österreich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften aufgenommen.

Dabei geht es nicht nur um den Informationsgehalt selbst: Das Kopendium soll auch allen, die Titel verwenden, helfen, dies richtig und sachgerecht zu tun, so die Autoren. Zielgruppe sind Unternehmen, Behörden, Anwaltskanzleien, Redaktionen und natürlich Titel-Interessierte im Allgemeinen.

 

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