14. Aug 2020   Business Finanz

Die Finanzchefs und die Coronavirus-Krise

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Umfrage. Wenn es darum geht, was schnelle und spürbare Auswirkungen auf die Unternehmen hat, stehen verspätete Zahlungen ganz oben auf der Sorgenliste, so eine Acredia-Studie.

Nichts fürchten europäische Finanzchefs (CFOs) so sehr wie verspätete Zahlungen oder Insolvenzen ihrer Kunden. Selbst Cyberrisiken fallen aus Sicht der CFOs hinter den beiden Hauptrisiken zurück, gefolgt von Schwierigkeiten in den Lieferketten, rückläufigen Umsätzen und Profitabilität. Zu diesem Ergebnis komme die aktuelle Studie „DNA of a CFO“ von Kreditversicherer Acredia in Zusammenarbeit mit Euler Hermes.

Zahlungsverzögerungen als Achillesferse

„Schon vor der Covid-19-Pandemie war fast jedes zweite der befragten Unternehmen von Zahlungsverzögerungen betroffen und fast jedes dritte von der Insolvenz eines Abnehmers“, sagt Acredia Vorständin Gudrun Meierschitz. „Das ist eine relativ erschreckende Bilanz und zeigt, welch große Schneeballeffekte Insolvenzen in der gesamten Lieferkette auslösen können. Nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie waren sogar zwei Drittel von Zahlungsverzögerungen betroffen.“

Nach Zahlungsverzögerungen (47%) und Insolvenzen (32%) sorgten sich die europäischen Finanzchefs vor Covid-19 vor allem um Cyberangriffe (30%). „Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen war im vergangenen Jahr Opfer eines Cyberangriffs“, sagt Meierschitz.

Nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie waren 61% der europäischen Unternehmen zwischen März und Mai 2020 insbesondere von Umsatzrückgängen gezeichnet, 2019 hingegen waren es nur 25%. „Im öffentlichen Leben gehen wir seit Ausbruch der Pandemie auf Abstand. In der Wirtschaft geht es nun darum, enger zusammenzurücken, in Netzwerken zu arbeiten sowie eine Kreditversicherung wie eine Schutzmaske zu nützen und Lieferketten zu stabilisieren,“ so Ludwig Mertes, Acredia Vorstand.

Antworten auf die Krise

Acredia hoffe auf eine rasche Lösung, um entsprechend stabile Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Österreich zu schaffen. Deutschland als wichtigster Handelspartner werde voraussichtlich besser durch die Krise kommen als viele andere Staaten. „Gründe dafür sind neben der besseren Ausgangssituation und dem kürzeren, weniger strikten Lockdown vor allem die schnellen und sehr umfangreichen Sofortmaßnahmen der deutschen Regierung. Insbesondere der gemeinsame Schutzschirm von Bund und Kreditversicherern für deutsche Unternehmen hat den Handel erst einmal stabilisiert und Lieferketten zusätzlich geschützt“, so Mertes.

Bei der Lösung der bevorstehenden Herausforderungen werden sich die Finanzchefs vor allem auf Planungssicherheit und ein möglichst stringentes internes Risikomanagement konzentrieren, heißt es weiter: Sie setzen auf eine stärkere Diversifizierung sowie Absicherungslösungen. Hier werden die Anbieter von Kreditversicherungen punkten können, zeigt man sich überzeugt.

 

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