20. Aug 2020   Business Recht Tools

InfoPass für Bewerber: Jobsucher durchleuchten sich selbst

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Neue Tools. Persönliche Daten unterliegen strengem Schutz. Also bringen sie Jobsuchende besser selbst mit: Dafür hat der KSV1870 den „InfoPass für Bewerber“ gestartet.

Für die Suche nach den richtigen Mitarbeitern habe der KSV1870 den InfoPass für Bewerber entwickelt, um die Unternehmen im Bewerbungsprozess zu unterstützen. Dieser Nachweis gebe einen kompakten Überblick über die jeweilige Person, der über die finanzielle Situation hinausreicht.

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, habe der Bewerber die Möglichkeit, Dokumente wie etwa Hochschuldiplome, Dienstzeugnisse, die Liste aller seiner bisherigen Arbeitgeber oder den Sozialversicherungsauszug hochzuladen. Zudem können individuelle Angaben ergänzt werden, die für die vakante Stelle von Bedeutung sind. Das können unter anderem sein: der aktuelle Arbeitgeber, Akademischer Grad bzw. höchster Bildungsabschluss, Links zu persönlichen Social-Media-Profilen, Gehaltsvorstellungen oder das Datum der Verfügbarkeit.

Würde der KSV1870 von sich aus solche Informationen an potenzielle Arbeitgeber verkaufen, könnten ihm gravierende DSGVO-Konsequenzen drohen. Daher tun es die Gläubigerschützer auch nicht: Der InfoPass für Bewerber kann ausschließlich vom Bewerber selbst bestellt werden, die Zustellung erfolgt als PDF-Downloadlink per E-Mail innerhalb von zwei Werktagen.

Der Bewerber stellt diese Informationen dann also freiwillig dem Unternehmen zur Verfügung. Juristen erinnern allerdings daran, dass diese Informationen weiterhin grundsätzlich nach DSGVO geschützt sind. Das Unternehmen könnte die erhaltenen Daten also wohl nicht ohne weiteres an Dritte weiterleiten oder unbegrenzt speichern, muss sie sorgsam behandeln, könnte eventuell bei einem Data Breach zur Verantwortung gezogen werden, usw.

Veränderungen am Arbeitsmarkt

Die Corona-Krise hat nicht nur die wirtschaftliche Situation zahlreicher Unternehmen massiv in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch den Arbeitsmarkt gravierend verändert, heißt es beim KSV1870 erläuternd zu dem neuen Tool: Laut dem Austrian Business QuickCheck des KSV1870 im Juni 2020 seien über zwei Drittel der rund 600 befragten Unternehmer davon überzeugt, dass die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt nicht mit jener vor Covid-19 vergleichbar ist.

Einerseits aufgrund der aktuell hohen Arbeitslosenzahlen, andererseits sei davon auszugehen, dass sich die Arbeitswelt auch in den kommenden Wochen und Monaten noch weiter stark verändern wird. „Mehr denn je ist es daher für Unternehmen wichtig, die richtigen Mitarbeiter an Bord zu haben, mit denen sie die aktuell sehr volatilen Zeiten überstehen“, so Gerhard Wagner, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH.

Der InfoPass für Bewerber stelle die jeweilige Person und ihre Fähigkeiten bzw. Kenntnisse in den Mittelpunkt, und fokussiert dabei weniger auf deren finanzielle Situation. Wie bei allen InfoPässen werden zwar auch hier Bankinformationen, etwaige Zahlungsanstände oder Informationen zu einer möglichen Privatinsolvenz abgebildet, darüber hinaus untermauern allerdings themenbezogene Angaben im Hinblick auf die Bewerbung den Gesamteindruck über die jeweilige Person, heißt es. Die Kosten belaufen sich auf 35,90 Euro.

 

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