23. Sep 2020   Recht Tools

Black Manta und DLA Piper: Immo-Investments per Token

Alexander Rapatz, Christoph Urbanek ©DLA Piper

Berlin/Wien. DLA Piper berät Black Manta Capital Partners bei der rechtlichen Umsetzung von Security Token Offerings im Immobilienbereich.

Beim Immobranche Pressecafé im 25hours-Hotel in Wien am 21. September 2020 gaben die beiden Partner Einblick in einen aktuellen Case, ein Immobilienprojekt in Berlin, heißt es bei Wirtschaftskanzlei DLA Piper.

Das Problem und die erhoffte Lösung

Immobilieninvestments sind oft nur für Großinvestoren interessant: Hohe Eintrittsschwellen, hohe Transaktionskosten und ein träger Prozess der Eigentumsübertragung wirkten investitionshemmend. Eine zeitgemäße Lösung biete die Emission von Security Token, die als digitale Wertspeicher – ähnlich zu Wertpapieren – Rechte an einer Immobilie verbriefen.

Der Investor überweise dabei entweder einen Geldbetrag oder einen Kryptogeldbetrag an den Emittenten des Token. Schlussendlich werden die erworbenen Token auf das Wallet des Investoren übertragen. Diese erhalte damit je nach Ausgestaltung auch die mit dem Erwerb verbundenen Rechte wie z.B. Eigentumsrechte, Genussrechte oder Vorkaufsrechte. Security Token ermöglichen Investoren somit schon ab kleinen Investment-Beträgen und gegen geringe Gebühren einen einfachen und schnellen Zugang zu Immobilien.

Tokenisierung als Service

Black Manta Capital, seit August 2019 von der deutschen Finanzaufsicht BaFin als Finanzdienstleistungsinstitut zugelassen, sieht sich als Vorreiter im Bereich „Tokenisierung als Service“: Man biete Immobilienunternehmen über die eigene Multi STO Plattform die Umsetzung von Security Token Offerings (STO), vergleichbar mit einem ICO oder einem Börsengang.

DLA Piper berät Black Manta Capital in den wesentlichen regulatorischen Fragen und der rechtlichen Ausgestaltung der verschiedenen Prozesse.

Knapp 2 Millionen Euro über Token finanziert

Als Beispiel dient das Projekt S17A in der Stralauer Allee 17A in Berlin: Die Token-Emission vom österreichischen Immobilienentwickler Tigris Immobilien GmbH wurde Ende Juni 2020 abgeschlossen. Das Gesamtprojektvolumen beträgt laut den Angaben 10.943.398 Mio. Euro, wobei 1.999.500 Mio. Euro über tokenisierte Beteiligungsrechte finanziert werden.

Die Token-Inhaber partizipieren am Gewinn, der sich aus dem Ankauf des Wohnhauses, seiner Sanierung und dem anschließenden Verkauf aller Wohnungen ergeben. Nach dem Verkauf der Wohnungen sollen die Token-Investoren mit 20% am gesamten Projektgewinn beteiligt werden. Der Mindestzeichnungsbetrag lag dabei konkret bei 500 Euro, wobei Investoren ab einer Summe von 25.000 Euro ein Vorkaufsrecht auf die Wohnungen erwarben, so die Projektpartner.

Die Statements

  • „Die Nachfrage nach Projekten wie S17A sowohl auf Kapitalnehmer-, als auch auf Kapitalgeberseite zeigen, dass Security Token nicht mehr die Zukunft, sondern bereits die Gegenwart sind. Keine andere Lösung bietet so viel Flexibilität, Transparenz und Zeitersparnis im Rahmen von Immobilieninvestments“, meint Alexander Rapatz, österreichischer Co-Founder von Black Manta Capital.
  • „Wir freuen uns, Black Manta Capital seit Längerem begleiten zu dürfen. Das Unternehmen hat ursprünglich rechtliches Neuland betreten und damit wichtige Aufbauarbeit in der Digitalisierung von Immobilien geleistet. Die Mühen wurden zunächst mit einer Zulassung durch die BaFin und nun durch eine rege Nachfrage belohnt“, so Christoph Urbanek, Immo-Spezialist und Partner bei DLA Piper.

 

    Weitere Meldungen:

  1. Ascott schließt Signa-Pakt mit Dorda und weitere Immo-News
  2. Pierer holt frisches Geld mit Wolf Theiss, Oberhammer
  3. Hogan, Freshfields und Latham beraten bei Immobilien-Deals
  4. Claudine Vartian wird DLA Piper-Chefin