02. Okt 2020   Business Jobs

Erneuerbare Energie sorgt für Millionen Jobs

©ejn

Wasser, Wind, Sonne. Erneuerbare Energie ist ein bedeutender Faktor am Arbeitsmarkt geworden. Rund 11,5 Millionen Arbeitsplätze weltweit entfallen auf diesen Bereich.

Politische Maßnahmen sind erforderlich, um ein Beschäftigungswachstum bei der erneuerbaren Energie in der Covid-19 Ära zu sichern. Dies ergibt der Bericht von IRENA (Internationale Agentur für erneuerbare Energie). Der jährliche Beschäftigungsbericht der Agentur bestätigt den langfristigen Wachstumstrend, allerdings müssten die Anstrengungen weiter forciert werden. Der größte Anteil an den 11,5 Millionen Arbeitsplätzen entfällt mit 3,8 Millionen Jobs auf die Photovoltaik.

„Der Einsatz erneuerbarer Energien schafft Arbeitsplätze und erhöht das lokale Einkommen, sowohl auf den entwickelten als auch auf den Schwellenmärkten“, kommentiert Francesco La Camera, Generaldirektor von IRENA, den Bericht. Und jedes Land könne sein Potenzial für die industrielle Entwicklung und Ausbildung der Arbeitnehmer nützen.

Asien an der Spitze

Etwa 63 Prozent aller Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energie sind in Asien angesiedelt. Und rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze entfallen auf Biokraftstoffe. Gerade hier finden sich viele Arbeitsplätze in arbeitsintensiven Betrieben rund um die Landwirtschaft. Damit erklärt sich, warum diese Jobs vor allem in Ländern wie Brasilien, Kolumbien, Malaysia, den Philippinen und Thailand angesiedelt sind.

Weitere große Arbeitgeber im Bereich der erneuerbaren Energien sind die Wasserkraft- und Windindustrie mit fast 2 Millionen bzw. 1,2 Millionen Arbeitsplätzen.

Geht es um das Thema Geschlechterparität, schneidet die erneuerbare Energie ebenfalls besser ab, als die fossile. Denn schon jetzt sind 32 Prozent aller Arbeitsplätze in diesem Bereich von Frauen besetzt. Im Bereich der fossilen Brennstoffe seien es hingegen nur 21 Prozent.

Chance für ländlichen Raum

Was die Studienautoren hervorheben: Netzunabhängige erneuerbare Energie, vor allem die Solarenergie, schaffe immer mehr Arbeitsplätze. Denn diese könne die produktive Stromnutzung im ländlichen Raum vorantreiben. Und diese Entwicklung ist in erster Linie in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelverarbeitung zu sehen. Aber auch im Gesundheitswesen, in der Kommunikation und im lokalen Handel wächst deren Bedeutung.

IRENA verweist in dem Bericht auf zahlreiche Initiativen, um die erneuerbare Energie zu fördern. Allerdings bedürfe es politischer Maßnahmen und entsprechende Rahmenbedingungen, um diesen Bereich entsprechend auszubauen.

Ehrgeizige Pläne

Ein ehrgeiziges Konjunkturprogramm könnte in den nächsten drei Jahren um bis zu 5,5 Millionen mehr Arbeitsplätze schaffen, als ein „Business as usual“-Szenario. Damit würden jene 42 Millionen Arbeitsplätze entstehen, die der Global Renewables Outlook der Agentur für 2050 prognostiziert.

IRENA ist eine internationale Agentur, bei der 160 Staaten und die Europäische Union Mitglied sind. Ihr Sitz ist in Masdar City in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

 

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