09. Okt 2020   Recht

Konzern-Deals bei Schönherr, E&H und mehr

Josef Schmidt ©Eisenberger & Herzog

Wien.  Schönherr berät AddLife beim Erwerb der DACH Medical Group. Kärnten plant einen Hafen mit Binder Grösswang. Erber geht an Royal DSM mit Cerha Hempel. Und weitere Deals.

Wirtschaftskanzlei Schönherr hat zusammen mit Advokatfirman Delphi das an der NASDAQ Stockholm Börse notierte Medtech-Unternehmen AddLife beim Erwerb aller Anteile an der DACH Medical Group Holding AG beraten. Der Anteilskaufvertrag wurde am 1. Oktober 2020 unterzeichnet, wie die Kanzlei mitteilt.

AddLife ist ein unabhängiges Unternehmen in der Life-Science-Industrie, welches sowohl dem privaten als auch dem öffentlichen Sektor hochwertige medizinische Produkte, Dienstleistungen und Beratung anbietet. Das Unternehmen ist in Europa tätig, mit speziellem Fokus auf Nordeuropa. Es verzeichnete zuletzt einen Jahresumsatz von ca. 4,1 Milliarden SEK (ca. 400 Millionen Euro).

Schönherr hat AddLife bei der M&A-Transaktion, einschließlich des Anteilskaufvertrages und der Due Diligence, beraten. Das Schönherr-Team wurde von Christian Herbst (Partner) und Maximilian Lang (Counsel) geleitet und bestand weiters aus Maximilian Nutz (Rechtsanwaltsanwärter) und Teresa Waidmann (Rechtsanwältin).

Die Verkäufer von DACH Medical Group Holding AG wurden von SCWP Schindhelm beraten.

BIA Separations wird Teil von Sartorius mit E&H

Eisenberger & Herzog (E&H) berät, gemeinsam mit Milbank und RPPP, Sartorius bei einer Vereinbarung zur Eingliederung von BIA Separations in den Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech. Die Transaktion belaufe sich auf insgesamt 360 Millionen Euro, wovon 240 Millionen Euro in bar und 120 Millionen Euro in Aktien der Sartorius Stedim Biotech gezahlt werden.

Darüber hinaus wurden laut den Angaben drei Tranchen ergebnisabhängiger Earn-out-Zahlungen über die nächsten fünf Kalenderjahre vereinbart. Der Erwerb stehe unter üblichen Vollzugsbedingungen und werde voraussichtlich Ende 2020 vollzogen.

Schönherr hat den Mehrheitsaktionär von BIA Separations beim 100%igen Verkauf seiner Anteile an Sartorius Stedim Biotech beraten.

Der Sartorius-Konzern ist ein internationaler Player in der biopharmazeutischen Forschung und Industrie. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,83 Milliarden Euro mit rund 9 000 Mitarbeitern.

BIA Separations entwickelt und produziert Produkte für die Aufreinigung und Analyse von großen Biomolekülen wie Viren, Plasmiden und mRNA, die für Zell- und Gentherapien und andere neuartige Therapien (Advanced Therapies) genutzt werden. Am Hauptsitz in Ajdovščina, Slowenien, beschäftige BIA Separations rund 120 Mitarbeiter.

  • Das internationale Schönherr-Team wurde von Thomas Kulnigg (Partner, Wien) und Vid Kobe (Partner, Slowenien) geleitet. Das Wiener Team bestand weiters aus Markus Piuk (Partner); Maximilian Nutz (Rechtsanwaltsanwärter); Michael Marschall (Rechtsanwalt); Andreas Lengger (Rechtsanwaltsanwärter); Dominik Tyrybon (Rechtsanwaltsanwärter); Sascha Schulz (Counsel), Michael Woller (Partner) und Sebastian Lukic (Rechtsanwaltsanwärter). Das slowenische Team bestand aus Peter Gorše (Rechtsanwalt); Eva Škufca (Partnerin); Matej Črnilec (Rechtsanwalt); Marko Frantar (Rechtsanwalt); Bojan Brežan (Partner); Jurij Lampič (Rechtsanwalt) und Urša Ušeničnik (Rechtsanwaltsanwärterin).
  • Das Team von E&H um Partner Josef Schmidt beriet die Käuferin zu Fragen des österreichischen Rechts.
  • Ein Milbank-Team um Partner Michael Bernhardt beriet die Käuferin zu den gesellschafts-, steuer- und kartellrechtlichen Aspekten der Transaktion.
  • Das Team von Rojs, Peljhan, Prelesnik & Partners um Partner Bojan Šporar beriet zu Fragen des slowenischen Rechts.

Erber Group geht mit Cerha Hempel an Royal DSM

Nach Zustimmung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden und dem Carve-Out der Unternehmensdivisionen Sanphar und EFB wurde nunmehr der im Juni 2020 unterzeichnete Verkauf der Erber-Group an die niederländische DSM erfolgreich abgeschlossen, so die beratende Wirtschaftskanzlei Cerha Hempel (zu Details der Transaktion siehe hier).

Das Beratungsteam bestand aus Albert Birkner, Wolfgang Sindelar, Nadine Leitner, Martin Eichinger, Alistair Gillespie, Jakob Weber (alle Corporate/M&A, Takeovers), Bernhard Kofler-Senoner, Anna Wolf-Posch, Michael Mayer, Zakar Stepanyan und Philipp Schaubach (alle Antitrust).

Die Erber Group ist eine weltweit führende Firmengruppe im Bereich der Lebens- und Futtermittelsicherheit, mit Schwerpunkten auf natürlichen Futteradditiven, Futter- und Lebensmittelanalytik sowie Pflanzenschutz mit Sitz in Getzersdorf (NÖ). Sie erwirtschaftete laut den Angaben im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von rund 340 Millionen Euro.

Kärnten und ÖBB schließen Pakt mit Binder Grösswang

Binder Grösswang hat die Kärntner Beteiligungsverwaltung und ÖBB Infrastruktur AG als Transaction Counsel bei der Errichtung eines Joint Ventures in Bezug auf LCA (Logistik Center Austria Süd GmbH) beraten. Im Zuge dieses Joint Ventures ist geplant, am Standort Villach-Fürnitz einen „Dry Port“ zu realisieren.

Dieser Hinterlandhafen soll eine vollwertige Außenstelle des Hafens Triest werden. Zudem sollen durch die Etablierung eines Zollkorridors zwischen Villach und Triest sämtliche Zollaktivitäten für Importe und Exporte in Villach erledigt werden.

Ziel der Transaktion sei die Stärkung des Logistikstandortes, die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region sowie die Verbesserung der Verbindung zum Logistikknoten Triest. Das Closing der Transaktion steht noch unter Kartellvorbehalt und wird für Mitte/Ende November 2020 erwartet.

Das Binder Grösswang Corporate / M&A Team stand unter der Federführung von Christian Zwick (Partner) und Moritz Salzgeber (Rechtsanwalt). Das Team wurde unterstützt von Johannes Barbist (Partner) und Regina Kröll (Rechtsanwältin, beide Regulatory), Christine Dietz (Partnerin) und Miriam Imarhiagbe (Associate, beide Kartellrecht).

 

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