04. Nov 2020   Finanz Recht

WWF liefert Checkliste für nachhaltige Investments

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Finanzprodukte. Der WWF fordert mehr Transparenz der Finanzbranche in Sachen „grüner“ Fonds. Eine eigene Checkliste soll Konsumenten bei der Auswahl helfen.

Mehr als 80 Prozent der in Österreich erhältlichen Investmentfonds investieren nach wie vor in Öl, Kohle, Gas und damit verbundene Unternehmen. Freilich steigt das Volumen der Gelder, die jährlich in sogenannte „nachhaltige Investments“ fließen, deutlich an. Das Problem ist nur: Es mangelt an Transparenz, so der WWF – was neulich auch die Finanzmarktaufsicht (FMA) kritisch angemerkt hat.

„Die Nachfrage nach klima-, und umweltverträglichen Geldanlagen steigt, aber nicht jeder grüne Fonds ist so nachhaltig, wie es auf den ersten Blick scheint“, sagt Erika Singer, WWF-Expertin für nachhaltige Finanzen.

Öko-Fonds gefragt

Die Vergleichsplattform Cleanvest hat ein Fondsvolumen von 585,2 Milliarden € unter die Lupe genommen. Davon sind 502,3 Milliarden € in Fonds veranlagt, die in fossile Energieträger investieren. „Mehr als die Hälfte der Bevölkerung möchte nachhaltig investieren, aber nur 15 Prozent tun es tatsächlich. Ein Grund dafür ist die fehlende Transparenz am Fondsmarkt, was dringend verbessert werden muss.“, sagt Elisabeth Müller, Leitung ESG-Plus.

Checkliste hilft Konsumenten

Der WWF Österreich fordert daher von der Finanzbranche, die Transparenz zu verbessern. Eine neue WWF-Checkliste soll Konsumenten bereits jetzt die Auswahl der passenden Finanzprodukte erleichtern. Diese entsprechen nicht nur ihren finanziellen Zielen, sondern leisten einen Beitrag zum Klima, zur Natur und zur Gesellschaft, heißt es dazu.

Zu den Fachbegriffen gibt es leicht verständliche Erklärungen. Mit der Checkliste können Konsumenten auch jene Fonds aussortieren, die hinter Waffenproduktion oder Kinderarbeit stecken.

 

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