17. Mrz 2021   Business Motor Tools

So will BMW das digitale Cockpit erobern

BMW iDrive ©BMW

Next Generation. Ab heuer baut BMW das neue digitale Cockpit „iDrive“ in seine Premium-Autos ein: Es bringt große Displays, eine „BMW ID“-Kennung für jeden Fahrer und laufende Software-Updates.

Die Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug in die digitale Zukunft führen, das verspricht Bayerns Premium-Autohersteller BMW in der Ankündigung. Was das genau bedeuten soll, wird schnell aus den Produkteigenschaften klar:

  • Star des neuen iDrive ist ein großes neues Curved-Display (14,9 Zoll), mit dem die digitale Aufrüstung der Auto-Cockpits weitergeht. Es soll mit prächtiger Grafik punkten und ist touchgesteuert. Dabei nimmt es auch Bedienelemente auf, die bisher andernorts untergebracht waren, und zwar insbesondere die Klimasteuerung. Allerdings bleibt es trotzdem kleiner dimensioniert als das Konkurrenzsystem MBUX von Mercedes, wo sich der neue „Hyperscreen“ über die gesamte Fahrzeugbreite zieht.
  • Zweites Hauptelement der BMW-typischen Steuerung ist auch weiterhin der iDrive-Controller, ein von BMW schon vor Jahren eingeführter Schaltknüppel für die Benutzeroberfläche. Der Knüppel hat zwar nicht nur Freunde, aber BMW hält daran fest.
  • Drittes Element ist die erweiterte Sprachsteuerung. Schon jetzt lassen sich etliche Funktionen damit steuern, künftig soll die Sprachsteuerung als „Intelligent Personal Assistent“ situationsbezogen auf User-Befehle reagieren. Das könnte auch jenen helfen, die sich mit dem Schalten durch Menüs per Controller weiterhin nicht so recht anfreunden können.
  • Der vierte Hauptpunkt ist weniger klar ersichtlich, aber sicher nicht weniger wichtig: Massiv gesteigerte Vernetzung und die Erfassung persönlicher Vorlieben und Eigenschaften der BMW-FahrerInnen sollen einerseits ein ganz neues User-Erlebnis bieten, andererseits wird dadurch aber natürlich die Datenschutz-Thematik berührt. Dazu später mehr.

Die Software als Verkaufsargument

Mit dem Start von iDrive zeigt sich jedenfalls immer mehr, dass die Software zu einem tragenden Verkaufsargument im Wettbewerb der Autohersteller wird. Dabei gibt es aber einen großen Unterschied zwischen BMW und Mercedes: Während iDrive für alle neuen Autos der Bayern gedacht ist, will Mercedes sein MBUX zum Start nur in den E-Autos einbauen. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum das neue iDrive in den Augen vieler Motorjournalisten eher evolutionär als revolutionär ausgefallen ist: Der typische BMW-Charakter bleibe bestehen, und damit ist iDrive auch zu breiten Käuferschichten kompatibel.

Die technische Basis der neuen Generation von BMW iDrive ist das BMW Operating System 8, mit dem die neue Generation von Displays und Bedienelementen gesteuert wird. Vernetzung und dabei gleichzeitig möglichst intuitive Bedienbarkeit stehen im Fokus der Bemühungen. Interessant ist, dass die Bayern sich dabei recht offen geben, was Drittanbieter-Apps betrifft. So sollen nicht nur Apple CarPlay und Android Auto integriert werden können, sondern u.a. in China auch Software von Alibaba und Tencent.

Jedem BMW-Fahrer seine BMW ID

Betont offen – jedenfalls gegenüber den BMW-Servern – gibt sich iDrive auch, was die Erfassung von Fahrzeugdaten betrifft. Aus der Herstellerinfo: „Das neue BMW iDrive verarbeitet permanent eine Vielzahl von selbstgenerierten, online verfügbaren und aus der BMW Group Fahrzeugflotte übertragenen Daten, um die Wünsche des Fahrers in einer kontextbezogenen Weise umsetzen zu können. Basis für eine noch stärkere Personalisierung ist die BMW ID.“

Mit der BMW ID wollen die Bayern das Auto-Erlebnis zunehmend personalisieren: Jedem Auto-User wird eine BMW ID zugeordnet. „Zukünftig lassen sich damit noch mehr personalisierte Einstellungen sicher in der BMW ID speichern und zwischen Fahrzeugen übertragen“, heißt es. Durch die Vergabe einer PIN oder der Verknüpfung eines Schlüssels mit der BMW ID seien die persönlichen Daten vor dem Zugriff anderer Fahrzeugnutzer geschützt. Ist die BMW ID angemeldet, wird der Fahrer persönlich begrüßt, dabei erscheint auch das individuelle Profilbild, das sich über die My BMW App hochladen lässt.

„Es wird regelmäßig Updates geben“

Das System erkenne sich wiederholende Situationen, lerne dazu und unterbreite Vorschläge für eine entsprechende Aktivierung von Funktionen. Wo soviel Intelligenz im Spiel ist, dürfen natürlich auch Updates nicht fehlen: Mithilfe der eingebauten Remote Software Upgrade-Funktionalität wird sich das neue BMW iDrive regelmäßig over-the-air aktualisieren lassen (müssen).

BMW iDrive kommt erstmals im BMW iX zum Einsatz und startet damit noch heuer am Markt, wie BMW verspricht. Als nächstes gibt es die Technologie dann im BMW i4.

 

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