23. Apr 2021   Business Motor

EU-Neuwagenverkäufe: Der Herbst als Hoffnungsträger

Gerhard Schwartz ©EY / Robert Herbst

Studie. Eine Erholung des europäischen Neuwagenmarkts erwartet das Beratungsunternehmen EY erst in der zweiten Jahreshälfte 2021.

„Die erhoffte Erholung auf dem EU-Neuwagenmarkt lässt weiter auf sich warten“, so Gerhard Schwartz, Leiter Industrial Products bei EY Österreich. „Es gibt zaghafte Erholungstendenzen aber keine Trendwende.“

Der Neuwagenabsatz liegt nämlich laut einer aktuellen EY-Studie weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau: Verglichen mit dem Vorkrisenjahr 2019 ergibt sich in Österreich ein immer noch beträchtlicher Rückgang der Neuzulassungen um 16 Prozent.

Erst zur Jahresmitte dürfte es wieder aufwärts gehen, meint Schwartz: „Die große Hoffnung ist nach wie vor, dass die Impfkampagne ab Mitte des Jahres zu einer Normalisierung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens führen wird. Zu hoffen ist, dass der enorme Nachholbedarf auch eine kräftig steigende Nachfrage nach Neuwagen mit sich bringen wird. Dann dürften auch wieder Absatzzahlen wie vor der Krise erreicht werden.“

Unklar sei allerdings, zu welchen nachhaltigen strukturellen Schäden die Pandemie geführt habe – und wie die neue Normalität in einer Nach-Corona-Zeit aussehen werde. „Mittelfristige Wirtschaftsprognosen sind derzeit mit enormen Unsicherheiten behaftet – und das gilt auch für Prognosen in Bezug auf den Neuwagenmarkt.“

E-Autos bleiben Wachstumstreiber

Während der Absatz traditioneller Verbrenner in den fünf größten Märkten Westeuropas Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien im März gegenüber dem Vorjahresmonat nur um 36 Prozent stieg, schnellten die Neuzulassungen elektrifizierter Neuwagen laut Studie um 221 Prozent in die Höhe.

Ihr Marktanteil hat sich von 8,1 auf 15,3 Prozent fast verdoppelt. Knapp jeder siebte Neuwagen war im März ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid.

Der Marktanteil reiner Verbrenner schrumpfte hingegen in den Top-5-Märkten von 83,1 auf 66,8 Prozent. In Österreich reduzierte sich der Anteil von Benzin- und Dieselautos laut den Angaben ebenfalls deutlich von 80,6 Prozent im März 2020 auf 65 Prozent im März 2021.

„Gerade Plug-in-Hybride sind extrem beliebt, in dieser Fahrzeugklasse ist die Wachstumsdynamik doppelt so stark wie bei reinen Elektroautos“, so Schwartz. Er rechnet damit, dass das Elektro-Segment auch in den kommenden Monaten weiter „stark wachsen wird“.

„Das Wachstum bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden ist bemerkenswert – dafür sorgen neben erheblichen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen auch die immer attraktiveren Modelle. Auch für das laufende Jahr sind zahlreiche neue Elektroautos und Plug-in-Hybride angekündigt. Das Kundeninteresse ist und bleibt sehr groß“, so Schwartz.

 

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