EU nimmt Energieeffizienz von Gebäuden ins Visier

©ejn

Gastbeitrag. Neue EU-Regeln zwingen die Mitgliedsstaaten zur Sanierung und Effizenzsteigerung von Gebäuden. Robert Stadler, Referent am Praxistag Energieeffizienz von Austrian Standards, schildert wohin die Reise geht.

Die Verpflichtung der EU-Staaten zur Erstellung einer langfristigen Renovierungsstrategie („Long term renovation strategy“ LTRS) ist jetzt in Artikel 2a der „Energy Performance of Buildings Directive“ (EPBD) festgelegt und die damit verbundenen Anforderungen sind auch ebendort beschrieben.

  • Diese Strategien sollen zum Ziel haben, die Sanierung der nationalen Gebäudebestände bis 2050 in Richtung Energieeffizienz und Dekarbonisierung voranzutreiben und die kostengünstige Umwandlung bestehender Gebäude in Niedrigstenergiegebäude zu unterstützen.
  • Sie sollen auch einen integralen Bestandteil des Nationalen Energie- und Klimaplans (NEKP) jedes EU Staates darstellen.

In diesem Artikel stellen wir die Annahmen und Modelle vor, die der LTRS 2020 von Österreich zugrunde liegen, einem der Europäischen Kommission gemäß EPBD im Frühjahr 2020 übermittelten Dokument.

Effizenz steigt, aber Population und Wohnfläche wächst

Da anzunehmen ist, dass auch in Zukunft der spezifische Energieverbrauch zwar aufgrund der fortschreitenden Sanierungstätigkeit abnehmen wird, dies aber nur den zu erwartenden Zuwachs der Population und des Wohnflächenverbrauchs ausgleichen wird, liegt nahe, von einem Konstantbleiben des Energieverbrauchs auszugehen und die angestrebten THG-Emissionsreduktionen durch eine auch weiterhin fortschreitende Änderung des Energieträger Mix in Richtung hocheffiziente erneuerbare Alternativen zu erzielen.

Hierfür wurden zuerst sich aus Trend Fortschreibungen ergebende Modelle A-C entwickelt. Die Modelle A, B und C haben dann die Grundlage zum Bundesländer-Experten-Modell D und zum Stakeholder-Experten-Modell E gebildet, wobei die jeweiligen Experten in der Zeitspanne eines Anhörungsverfahrens Rückmeldungen für die unmittelbar erwartete zukünftige Entwicklung des Energieträgermix als Input angegeben haben.

Zu allen fünf Modellen kann festgehalten werden, dass jedenfalls die Größenordnung von 80% Verringerung der THG-Emissionen knapp erreichbar erscheint und dass sämtliche auf Wohngebäuden aufgebauten Modellbildungen zu ungünstigeren Ergebnissen führen, als dies für den gesamten Gebäudesektor der Fall wäre.

Der Autor

Robert Stadler ©Beigestellt / Austrian Standards

Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Robert Stadler ist Mitarbeiter beim Österreichischen Institut für Bautechnik / Referat Bauphysik und Vortragender beim Praxistag Energieffizienz von Austrian Standards am 21. September 2021.

 

    Weitere Meldungen:

  1. Banken platzieren Signa-Anleihe mit White & Case
  2. Baker Tilly zieht ins CA Immo-Projekt One in Frankfurt
  3. Lobautunnel: „Gutachten ist Themenverfehlung“
  4. Freshfields-Studie: Nachhaltigkeit im Finanzsektor