11. Aug 2021   Business Steuer

Risikoscheue Chefs performen schlechter in der Krise

©ejn

Management. Anpassungsfähige Unternehmen mit risikobereiten Führungskräften hielten der Corona-Krise 2020 besser stand, so Beratungsunternehmen BDO.

Unternehmen, die während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 Risiken eingegangen sind, haben die Krise besser bewältigt und in einigen Fällen ihre wirtschaftliche Lage sogar verbessert, so zumindest der neueste „Global Risk Landscape“-Bericht von BDO.

Das internationale Netzwerk von Wirtschaftsprüfungs-, Steuer- und Beratungsgesellschaften hat 500 Führungskräfte in Australien, im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, im Nahen Osten, in Afrika und Amerika befragt.

Risikoscheue ChefInnen schlechter dran

Laut Marita Corbett, National Leader for Risk Advisory bei BDO Australia, sind mehr als die Hälfte der Führungskräfte Risiken eingegangen. Dann waren die Auswirkungen der Pandemie „weniger signifikant“ oder „viel weniger signifikant“, als sie im April 2020 zunächst erwartet hatten. Von den Unternehmen, deren Führungskräfte zugaben, risikoscheu zu sein, kamen nur 16 Prozent mit einem positiven Ergebnis aus der Krise.

Auf die Frage, was sie daran gehindert hätte, sich schnell an die neue Situation anzupassen, sagten 24 Prozent der Risikoscheuen, es habe an einer Portion Sturheit und der Entscheidung gelegen, die wirtschaftlichen Pläne, die vor der Pandemie aufgestellt worden waren, nicht zu ändern. „Führungskräfte, die schnelle, effektive Entscheidungen trafen, konnten ihre Geschäftsmodelle besser anpassen und ihre Mitarbeiter bei Laune halten“, sagt Corbett.

Schnelle Anpassung gefragt

  • Jeder vierte Unternehmensführer hat zugegeben, dass er sich nicht so schnell an die Pandemie angepasst hat, wie er hätte tun können, wobei 60 Prozent „Unsicherheit oder Unklarheit“ als Grund nannten. Für 90 Prozent haben sie die Ereignisse des Jahres 2020 dazu veranlasst, den Risikorahmen ihres Unternehmens vollständig neu zu bewerten.
  • Der Bericht zeige, dass die Folgen für 37 Prozent der Familienunternehmen sowie je 22 Prozent der Freizeit- und Einzelhandelsunternehmen „schlimmer waren als erwartet.“
  • Der Dienstleistungssektor spürte die geringsten Folgen. Nur drei Prozent sagten, die Auswirkungen seien „viel schlimmer“ als erwartet gewesen.
  • Der Fertigungssektor spürte die Krise, passte sich aber am schnellsten an. Viele Unternehmen reagierten frühzeitig mit einer Produktionsumstellung auf Produkte wie Beatmungsgeräte und persönliche Schutzausrüstung.

(pte/red)

 

    Weitere Meldungen:

  1. Zwei neue Partner bei Grant Thornton Austria
  2. Covid-19-Impfstoff als Nasenspray von der Uni Graz
  3. Frauen-Karrieren in Steuerkanzleien: So schneidet KPMG ab
  4. 80% aller Ransomware-Schäden sind vermeidbar, so Allianz