13. Aug 2021   Business Finanz Recht

Autobank AG an FMA: Bin zahlungsunfähig (Update)

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Banken. Die Autobank AG hat der Finanzmarktaufsicht gestern offiziell mitgeteilt, zahlungsunfähig zu sein. Die Kunden-Einlagen sind laut Einlagensicherung großteils abgesichert (Update: Zwei Drittel ausgezahlt).

Konkret hat die Autobank AG der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) den Eintritt der Zahlungsunfähigkeit gemäß § 73 Abs 1 Zif 6 BWG angezeigt. Dem Schritt der AutoBank war die Untersagung der Fortführung des Geschäftsbetriebs durch Bescheid der FMA vorausgegangen.

Die Bank wird in dem Verfahren laut Medienberichten von der Wiener Wirtschaftskanzlei Brandl Talos vertreten. Brandl Talos ist u.a. auf Banken- und Finanzrecht spezialisiert, Partner Ernst Brandl ist auch in der Causa Commerzialbank Mattersburg aktiv – auf Seiten der Sparer gegen die Aufsichtsorgane der Republik.

Einlagensicherung als Grund genannt

Grund für die aktuelle Zahlungsunfähigkeit der AutoBank sei eine Regressforderung der Einlagensicherung Austria (ESA) an die Autobank in Höhe von über EUR 70 Mio. aufgrund der bisher geleisteten Auszahlungen, die sofort fällig gestellt wurde, so die Autobank in einer Aussendung. Die Auszahlungen erfolgten, nachdem die FMA mit Bescheid vom 30.7.2021 der Autobank die Fortführung des Geschäftsbetriebs untersagt hat, wodurch der Sicherungsfall ausgelöst wurde, so die Autobank weiter.

Die gegenüber der Autobank AG seitens der ESA geltend gemachte Forderung übersteige die derzeitigen liquiden Mittel der Bank; es sei der Autobank nicht möglich, sich die erforderlichen Zahlungsmittel kurzfristig (z.B. durch Portfolioverkäufe) zu beschaffen. Insbesondere seien Portfolioverkäufe mit wirtschaftlichen Nachteilen verbunden. Es obliege nun der FMA, gegebenenfalls einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Autobank zu stellen.

Laut Einlagensicherung (ESA) sind insgesamt etwa 22.000 AutoBank-Kunden zu entschädigen, von denen fast 99% Einlagen unter der Grenze von 100.000 Euro haben und somit in voller Höhe gesichert sind.

Update: Inzwischen hat sich die ESA zu Wort gemeldet: Sie hat demnach im Einlagensicherungsfall der AutoBank AG bis heute bereits mehr als 76 Millionen Euro an 5.900 Einleger in Österreich und Deutschland ausbezahlt.

Damit konnten in knapp eineinhalb Wochen bereits mehr als zwei Drittel aller gedeckten Einlagen entschädigt werden, so die ESA. Fast 99% der Kunden der AutoBank AG haben Einlagen unter der Grenze von 100.000 Euro und seien somit in voller Höhe gesichert.

„Insolvenz hat keinen Einfluss“

„Das Entschädigungsverfahren führen wir online durch, an alle Einleger wurde bereits ein Brief versandt, in dem die erforderlichen Schritte erklärt werden.“ so Stefan Tacke, Geschäftsführer der ESA. „Der Abruf der Entschädigung ist auch nach der Rückkehr aus dem Urlaub möglich, es besteht kein Zeitdruck, die Einlagen bleiben selbstverständlich weiterhin gesichert.“

Die nunmehr eingetretene Zahlungsunfähigkeit der AutoBank AG, die vom Vorstand der Bank gestern der FMA angezeigt wurde, habe auf den weiteren Fortgang des Entschädigungsverfahrens ebenso wenig Einfluss wie ein allfälliges Insolvenzverfahren, so die ESA.

 

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