WU gründet Stiftung für „neue Herausforderungen“

©WU Wien

Unis. Die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) gründet eine Stiftung für große Projekte aus Forschung und Lehre: Der bisherige WU-Unterstützerkreis übergibt seine Mittel an die neue WU Foundation.

Über die WU Foundation sollen künftig Projekte in Forschung und Lehre unterstützt werden, die nicht im Rahmen des Regelbudgets der Universität durchgeführt werden können, heißt es in einer Aussendung. Dadurch könne die WU im internationalen Wettbewerb an Bedeutung gewinnen und den Bildungsstandort Wien stärken.

„Für neue Herausforderungen“

Veränderungen wie die Corona-Pandemie stellen Gesellschaft und Wirtschaftssysteme vor neue Herausforderungen und verlangen wissenschaftlich fundierte Antworten auf die Fragen unserer Zeit, so die WU: Universitäre Lehre und Forschung bilden demnach einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung und Aufarbeitung der aktuellen Themen, doch aufgrund ihrer Struktur und Finanzierung seien Universitäten finanziell nur eingeschränkt handlungsfähig.

Die für Spitzenleistungen notwendigen Sonderdotierungen seien im Rahmen der öffentlichen Finanzierung kaum möglich. „Mit der WU Foundation zur Förderung der Wissenschaft und Lehre an der Wirtschaftsuniversität Wien will die WU Verantwortung für die kommenden Generationen übernehmen,“ so Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger in einer Aussendung: „Das Stiftungsmodell ermöglicht und sichert langfristiges Wirken. Ich freue mich, mit der WU Foundation innovative, schnelle und experimentierfreudige Impulse zu setzen.“

Dabei stehe für die Rektorin ein verantwortungsvoller und vor allem auch nachhaltiger Umgang mit den finanziellen Mitteln im Vordergrund: „‘Responsibility´ ist in den vergangenen Jahren zum Leitmotiv unserer Universität geworden.“ Das Stiftungsmodell biete sich für diese Zwecke an, das Grundkapital bleibe erhalten und ausschließlich aus den Erträgen werden Projekte finanziert.

Förderkreis übergibt Ruder an Stiftung

Die geistigen Wurzeln der Stiftung reichen sozusagen weit zurück: Der neue Campus beim Wiener Prater sei auch ein Symbol für ständige Weiterentwicklung und den fest verwurzelten Innovationscharakter. Die WU wurde 1898 noch als „KuK-Exportakademie“ gegründet und fand Unterstützer in der österreichischen Wirtschaft, die sich in der Folge zu einem beratenden und fördernden Kuratorium zusammengetan haben – seit 1975 das „Kuratorium zur Förderung der WU“.

Dieser Unterstützerkreis übergebe nun nach vielen Jahren das Ruder an eine „gebündelte, kraftvolle Stiftung“ und habe seine Rücklagen sowie eine Immobilie an die Stiftung übertragen. Auch die Wirtschaftsuniversität hat laut den Angaben Drittmittel als Grundkapital in die Stiftung eingebracht.

In Zukunft können demnach Spenderinnen und Spender die Aktivitäten der WU über die Stiftung nachhaltig unterstützen, heißt es. Eine moderne Governance werde nachvollziehbare und gewissenhafte Prozesse sicherstellen. Ein Stiftungsvorstand, Stiftungsrat sowie externe Prüfungsorgane und Beiräte entscheiden, überprüfen und beraten über den Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel.

Ziele und Beispiele

Mit der WU Foundation habe die WU ein Instrument geschaffen, das finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, die über die Gobalbudgets hinausreichen. Konkret sollen damit Stipendien, zusätzliche Lehrstühle, der internationale Austausch, Forschungen und auch bauliche Maßnahmen finanziert und gefördert werden, um Spitzenleistungen in Wissenschaft und Lehre zu ermöglichen, heißt es weiter.

Beispielhaft werden dabei große Themen wie die Digitalisierung, der Einsatz von Robotern im Wirtschaftsleben, Homeoffice und Gleichberechtigung genannt. Als Beispiele für die UnterstützerInnen der WU führt die Website der Stiftung u.a. an:

  • Legat Dr. Maria Schaumayer (ehemalige OeNB-Präsidentin): Förderung wissenschaftlicher Arbeiten von Frauen
  • Stipendien Wolfgang und Felix Porsche (WU4YOU Stipendien für begabte Schüler/innen aus benachteiligten sozialen Verhältnissen)

 

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