19. Okt 2021   Business Recht

Justiz: Sanierung des „Grauen Hauses“ dauert 10 Jahre

©ejn

Wien. Das „Graue Haus“ in der Wiener Josefstadt ist die größte Justizeinrichtung ihrer Art in Österreich. Die Sanierung wird laut Plan rund ein Jahrzehnt dauern.

Justizministerin Alma Zadić präsentierte jetzt das Sanierungsprojekt rund um das „Graue Haus“ im 8. Bezirk Wiens, der Josefstadt: Die baulichen Umsetzungen sollen nächstes Jahr beginnen und eine Fertigstellung werde „voraussichtlich im Frühjahr/Sommer 2032 möglich sein“, so es eine Aussendung des Justizministeriums.

An der Präsentation nahmen auch die Leiterin der Staatsanwaltschaft Wien, Maria-Luise Nittel, der Präsident des Landesgerichtes Wien, Fritz Forsthuber, die Leiterin der Justizanstalt Wien-Josefstadt, Krista Schipper sowie Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der Gebäudeeigentümerin BIG teil.

1.600 Personen und 60 Verhandlungen pro Tag

Das sowohl die größte Staatsanwaltschaft Wiens, das größte Straflandesgericht Österreichs sowie die größte Justizanstalt Österreichs umfassende Gebäude wurde in den Jahren 1839 – 1878 errichtet und in den Jahren 1985 – 1994 um die Hafttrakte und das Zentralgebäude erweitert. Die Bausubstanz, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreicht, sowie die dementsprechend veraltete Gebäudeinfrastruktur können den täglich rund 60 stattfindenden Verhandlungen im Gerichtsgebäude und den ca. 1.600 auf engstem Raum arbeitenden und lebenden Personen alleine im Bereich der Justizanstalt nicht mehr gerecht werden, so das Justizministerium.

Justizministerin Zadić sei es deshalb ein besonderes Anliegen, das Sanierungsprojekt auf den Weg zu bringen: Schwerpunktmäßig sieht es vor allem die Erneuerung von technischen Mitteln, Elektroinstallationen und Sanitärräumen im gesamten Gebäude, aber auch die Schaffung von kleinere Hafträume durch Trennung der Großhafträume und die Erweiterung von Haftplätzen in der Justizanstalt Wien-Josefstadt vor.

Die Statements

„Ich freue mich sehr, dass wir die notwendige Generalsanierung auf den Weg gebracht haben und damit das Gebäude für die Zukunft so ausstatten, dass es den Anforderungen eines modernen Gerichts- und Vollzugsbetriebs gerecht werden kann. Davon profitieren vor allem die Parteien und ihre Vertreter*innen, die täglich vor Ort sind, aber auch die  Justizmitarbeiter*innen und nicht zuletzt die Insassinnen und Insassen“, so Justizministerin Alma Zadić.

„Über die nächsten 10 Jahre setzt die BIG das Sanierungsprojekt beim Landesgericht und der Justizanstalt Josefstadt um. Die Nettoraumfläche umfasst über 100.000 m², was in Summe der Größe von rund 15 Bundesschulen entspricht. Durch die Funktions- und Bestandssanierung werden die Bausubstanz und die im Gebäude stattfindenden Abläufe erheblich verbessert. Dem Thema Nachhaltigkeit wird dabei große Bedeutung beigemessen. So wird die Energieeffizienz durch die Erneuerung der gesamten Haustechnik und die Adaptierung der Gebäudehülle verbessert, während die historische Substanz bewahrt wird“, so BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner.

 

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