Uni gründet Stiftung: Was die WU Foundation bringen soll

Michael Lang, Tatjana Opptiz, Edeltraud Hanappi-Egger, Margarethe Rammerstorfer, Harald Badinger ©Klaus Vyhnalek

Universitäten. Die Wiener Wirtschaftsuni gründet eine mit 20 Mio. Euro dotierte Stiftung für besondere Projekte: Wie das neue Finanz-Tool der WU funktioniert.

Die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) hat mit der WU Foundation eine neue Stiftung gegründet. Sie soll Projekte aus Forschung und Lehre unterstützen, für die im Regelbudget kein Geld vorhanden ist. An welche Projekte dabei gedacht ist, schildert WU-Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger so: „Die Errichtung der WU Foundation bietet nach internationalem Vorbild die Möglichkeit, zusätzliche Aktivitäten abseits des Regelbetriebs und -budgets zu setzen. Sie soll eine Finanzierungshilfe sein, um Spitzenforschung zu ermöglichen, innovative Lehrformate oder auch Third Mission Aktivitäten zu fördern.“

Unter Third Mission Aktivitäten sind u.a. Stipendien und Internationalisierungsmaßnahmen zu verstehen, so Hanappi-Egger. Die Studierenden sollen von der WU Foundation profitieren: „Auch innovative Projekte für die Lehre und aus dem Bildungsbereich sollen aus Mitteln der WU Foundation finanziert werden und somit profitieren natürlich auch Studierende von der Gründung der Stiftung.“

So wird die neue Stiftung gesteuert

Die wichtigsten Organe der WU Foundation sind der Stiftungsvorstand, der Aufsichtsrat und der Beirat: Das Rektorat der WU fungiert als Stiftungsvorstand, der Universitätsrat der WU als Aufsichtsrat. Im Beirat dagegen haben ehemalige Kuratoriumsmitglieder sowie Spender*innen einen Sitz.

„Die Organe der Stiftung und WU sind deshalb ident, weil eine enge Abstimmung erforderlich ist und die Organidentität daher die effizienteste und auch transparenteste Lösung für die Governance der WU Foundation ist. Dadurch ist auch sichergestellt, dass die Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat nach den Vorgaben des Universitätsgesetzes erfolgt“, so Hanappi-Egger.

Im Stiftungsvorstand sind konkret die Rektor*innen:

  • Univ. Prof. DI. Dr. Dr.h.c. Edeltraud Hanappi-Egger
  • Univ. Prof. Dr. Harald Badinger
  • Univ. Prof. DDr.h.c. Michael Lang
  • Mag. Tatjana Oppitz
  • Univ. Prof. Dr. Margarethe Rammerstorfer

Mitglieder des Aufsichtsrats sind:

  • Dr. Cattina Leitner, Vorsitzende
  • Mag. Dr. Stephan Koren, Stellvertreter
  • Mag. Dr. Christine Dornaus
  • Mag. Dr. Barbara Kolm
  • Valentin Stalf, M.A. HSG

Neue Stiftung ist mit 20 Mio. Euro ausgerüstet

Das Stammkapital der WU Foundation wurde von der WU selbst (Drittmittelreserven) sowie vom ehemaligen Kuratorium zur Förderung der Wirtschaftsuniversität eingebracht – in Form von Barbeständen, Wertpapieren sowie Kapital in Form einer Immobilie. Das Stammkapital beträgt laut den Angaben 20 Mio Euro. Spender*innen können Kapital in die Stiftung einbringen und erhöhen damit das Stiftungskapital, so die WU.

Es gibt im Umfeld der Wirtschaftsuniversität übrigens bereits eine Stiftung – nämlich die 1997 gegründete Jubiläumsstiftung, die ebenfalls Projekte der WU unterstützt. Dennoch wurde mit der WU Foundation eine davon unabhängige weitere Stiftung gegründet. Hanappi-Egger: „Während die WU Foundation eine gemeinnützige Stiftung ist, ist die Jubiläumsstiftung eine Privatstiftung nach dem Privatstiftungsgesetz. Mehr als 20 führende österreichische Unternehmen aus allen Wirtschaftssparten sind in dieser zusammengefasst. Im Vorstand sitzen 12 Personen. Die Jubiläumsstiftung fördert ausschließlich Forschungsprojekte und richtet sich an wissenschaftliches Personal. Diese Stiftung soll in der Form auch erhalten bleiben und weiterhin WU Forschungsprojekte fördern.“

Die WU Foundation wurde auch deshalb gegründet, um zusätzliche Mittel für unterschiedliche Projekte zur Verfügung zu haben. Diese Gelder seien, anders als in der Jubiläumsstiftung, nicht auf einen bestimmten Bereich reduziert.

Wann lohnt sich eine Stiftung?

Die Gründung einer eigenen Universitätsstiftung sei „kein einfacher Schritt“ gewesen, so die WU-Rektorin, daher habe sich die Wiener Wirtschaftsuni „von externen Fachleuten umfassend beraten lassen und wurde hierbei unterstützt, aber zum Glück haben wir auch intern sehr viel Wissen, auf das wir zurückgreifen können.“ Konkret involviert war u.a. die WU-Abteilung Finanz- und Risikomanagement.

Bei der Einrichtung einer derartigen Stiftung müssen einige Grundsätze beachtet werden: Zum einen sollte hinreichend Stammkapital zur Verfügung stehen, eine Stiftung sollte schon eine gewisse Mindestgröße aufweisen, heißt es. „Auch die Ressourcen sollten gegeben sein, um die Verwaltung der Stiftung möglichst kostengünstig abzuwickeln. Und es sollte wohl auch hinreichend potentielle Förderer geben, für die es attraktiver ist, in eine Stiftung einzahlen, als direkt an die Organisation zu spenden“, so Hanappi-Egger.

 

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