04. Nov 2021   Business Finanz Recht

Pleitewelle kommt ins Rollen: Konkurse plus 22,6 Prozent

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Wien. Im dritten Quartal 2021 gab es in Österreich 439 Konkurse, so Dun & Bradstreet: Das ist ein Zuwachs um 22,6 Prozent gegenüber Vorquartal.

Die Gesamtzahl aller Konkurse heuer bis jetzt (1.-3. Quartal 2021) liegt mit 1.122 zwar weiterhin deutlich unter dem Vergleichswert vom ersten bis zum dritten Quartal 2019 (1.849 Konkurse) und auch unter dem entsprechenden Wert von 2020 (1.318 Konkurse). Eine Betrachtung auf Basis einzelner Quartale zeigt allerdings ein anderes Bild.

Offensichtlich fand heuer im Sommer der Pleiten-Tiefpunkt statt: Bekanntlich haben die staatlichen Corona-Hilfen viele Unternehmen am Leben erhalten, die andernfalls insolvent geworden wären. Doch nun laufen sie aus, und es kommt mehr Dynamik ins Pleitengeschehen. In den letzten beiden Quartalen des laufenden Jahres habe sich der seit dem Beginn der Coronakrise herrschende Trend einer Abnahme der Konkurszahlen umgekehrt, heißt es. Die Zahl der Konkurse steige aktuell stark an.

Konkret gab es im 1. Quartal 325 Konkurse, im zweiten waren es 358 und im dritten schon 439. Insbesondere der Sprung um 22,6 Prozent vom zweiten auf das dritte Quartal ist ungewöhnlich: So starke unterjährige Anstiege gibt es normalerweise nicht. Im Jahr 2019 beispielsweise pendelte die Zahl der Pleiten in jedem Quartal nahe an der 600er-Marke, war also ziemlich gleich verteilt.

Die Aussichten

Für das letzte Quartal 2021 geht Dun & Bradstreet von einer weiteren Zunahme aus: „Sowohl im zweiten wie auch im dritten Quartal dieses Jahres kam es zu einer deutlichen Zunahme der Konkurse“, sagt Macario Juan von Dun & Bradstreet Austria: „Wir erwarten für das vierte Quartal 2021 und auch für das kommende Jahr, dass die Konkurse weiterhin ansteigen.“

 

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