CEO-Ranking: Die Medienpräsenz und der Erfolg

„Starship“ SN9 von SpaceX ©Jared Krahn – Wikimedia Commons – CC BY-SA 4.0

Wien. APA-Comm und WdF luden zur Podiumsdiskussion über das CEO-Ranking 2020/21. Es fällt spannend aus: Zwar verlor Österreichs CEO Nr. 1 kürzlich den Job. Doch der internationale Spitzenreiter bleibt fest im Sattel, trotz oder wegen des ganzen Rummels.

Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) beleuchtete jetzt erneut in Kooperation mit APA-Comm Image, Werte und Medienpräsenz der österreichischen Unternehmenschef*innen.

Zuvor hatte APA-Comm, die Media Intelligence Unit der Austria Presse Agentur (APA) die mediale Sichtbarkeit von 179 Firmenchefs der umsatzstärksten und/oder ATX-notierten Unternehmen Österreichs verglichen. WdF-Bundesvorsitzender Andreas Zakostelsky begrüßte dann die Gäste zur Podiumsdiskussion, die den rund 3.000 Mitgliedern des Netzwerks auch hybrid angeboten wurde, so die Veranstalter.

Die Ergebnisse

Das Ranking der österreichischen CEOs zwischen Juni 2020 und Juni 2021 wird klar von einer Person dominiert:

  • ORF-Chef Alexander Wrabetz kämpfte um seine Wiederwahl, auch wenn die Sterne der Politik letztendlich doch zu ungünstig standen. Dazu gab es ein Tauziehen um Sport-Senderechte und mehr. Letztendlich sorgte das alles für 749 Beiträge.
  • Auf Platz 2 landet OMV-Chef Rainer Seele mit 510 Beiträgen (Gewichtet nach der Personality-Intensität der Beiträge fällt der Abstand übrigens geringer aus, da steht es 270 Punkte zu 231 Punkten).
  • Platz 3 geht an Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz (218 Punkte) und damit an einen Dauergast in den meisten österreichischen Manager- bzw. Unternehmensrankings.
  • Mit Bettina Glatz-Kremsner (Casinos Austria) schaffte es genau eine Frau in die Top-10 (312 Beiträge).

Was die hiesige Medienpräsenz der internationalen CEOs angeht, zeigt sich sogar ein noch klareres Bild:

  • Facebook-Chef Mark Zuckerberg brachte es mit Skandalen und Zerschlagungsdebatte auf immerhin 105 Punkte.
  • Amazon-Chef Jeff Bezos flog an den Rand des Weltraums, das brachte 257 Punkte.
  • Doch im Vergleich zur Nummer eins reicht dieser Wert gerade aus, um Elon Musks Kondensstreifen nachzusehen: Der Tesla- und SpaceX-CEO kommt auf sagenhafte 1.013 Punkte. Als Stichworte seien beispielhaft genannt: Dauerberichterstattung über die Automarke, über das Privatvermögen, das Engagment bei Kryptowährungen, die wachsenden Weltall-Aktivitäten (u.a. Crew Dragon), die deutsche Fabrik Grünheide u.v.m.

Die Debatte

Die Gratwanderung, wieviel Sichtbarkeit die richtige Dosis ist, war dann ein wesentlicher Teil der Diskussion von WdF und APA:

  • „Ausgeprägter Narzissmus kann die Steuerung schwierig machen. Problematisch wird es dann, wenn der Narzissmus die Werte überschattet. Jeder Kontaktpunkt hat Einfluss auf das Bild in der Öffentlichkeit. Studien und Analysen sind ein guter Weg, um Werte zu transportieren“, erläuterte APA-DeFacto-Geschäftsführer Klemens Ganner.
  • Diese Ansicht bestärkte auch Gabriela Maria Straka, Mitglied des Management Boards der Brau Union Österreich: „ Es ist wichtig, dass durch die Ich-Kultur das Team nicht überstrahlt wird. Ein CEO mit Strahlkraft ist dann ein guter Markenbotschafter, wenn Kommunikationsstrategie und Unternehmensstrategie abgestimmten sind und zur positiven Imagebildung intern wie extern wesentlich beitragen.“
  • Ein starkes Image der Führungskraft ist wichtig, so es sich dem Unternehmensziel unterordnet, so Nikolaus Huber, Geschäftsführer Unilever Austria GmbH: „Die Kunst eines guten Unternehmensführers ist es, die Balance zu wahren und die Marke stark nach außen zu projizieren. Gut ist es, einen nachhaltigen Lebensstil im Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen. Ein positives Unternehmensimage gewinnt durch Überzeugungstäter.“
  • Valerie Höllinger, Geschäftsführerin bei Austrian Standards International gab zu bedenken: „Image ist kein subjektives Abbild der Realität – der Großteil bleibt subjektiv und entsteht ganz stark im persönlichen Umfeld. Mitarbeiter sind große Multiplikatoren auf Social Media – LinkedIn ist im Moment der am stärksten genutzte Kanal.“ Wichtig sei das Bild, welches man nach innen und außen präsentiere.

 

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