22. Nov 2021   Business Nova

64 Jahre alte Kamera um 1,2 Millionen Euro versteigert

Leica MP 55 black paint ©Leica Camera Classics

Wien. Bei der „39. Leitz Photographica Auction“ im Wiener Hotel Bristol erzielte eine „Black Paint“-Leica aus 1957 mit 1,2 Mio. Euro den höchsten Preis.

Die Veranstaltung von Leica Camera Classics fand am 20.11.2021 statt, also kurz vor dem österreichweiten Lockdown. Sie positioniert sich als weltweit größte Versteigerung von Vintage-Kameras für Sammler und Anleger und wird seit zwei Jahrzehnten durchgeführt.

Diesmal war eine Leica MP black paint no. 55 aus dem Jahr 1957 einem anonymen Bieter laut Veranstalter den Preis von 1,2 Millionen Euro wert. Die Summe setzt sich aus dem „Hammerpreis“ in Höhe von 1 Mio. Euro und dem „Premium“ in Höhe von 20 Prozent zusammen: Letzteres geht an das Auktionshaus.

Das Besondere an der Kamera: Die Anregung zur Produktion des MP-Modells war Mitte der 1950er von US-amerikanischen Pressefotografen wie Alfred Eisenstaedt und David Douglas Duncan gekommen, die die Vorteile des Leicavit Schnellabzugs, der damals nur für die Leica IIIf erhältlich war und zügig geschossene Bildserien ermöglichte, auch für ihre Leica M-Kameras nutzen wollten. Nur 141 MPs wurden in Schwarzlack angefertigt, heißt es.

Viel Geld für klassische Kameras

Insgesamt kamen 488 Lose bei der Auktion unter den Hammer, Bieter aus rund 100 Ländern nahmen live vor Ort, online oder via Telefon teil. Die Auktionsposten reichten von Sondereditionen historischer Kameras bis zu Werbetafeln aus den 1920ern. Fabrikate verschiedener Hersteller wurden versteigert.

Dabei zeigte sich erneut, dass Kameras der Marke Leica begehrte Sammlerstücke mit häufig hohen Preisen sind – insbesondere in „Schwarzlack“-Ausführung, heißt es. „Diesen Trend beobachten wir nun schon seit einigen Jahren“, so Alexander Sedlak, Geschäftsführer von Leica Camera Classics. Bei Auktion Nr. 38 im Juni 2021 erzielte eine Leica IIIg Schwarzlack mit 408.000 Euro inklusive Premium rund das Zehnfache ihres Schätzwerts.

Übrigens seien nicht nur schwarzlackierte Leicas für hohe Preise gut, auch seltene Objektive sind begehrt: Das Summarit M 1.4/5 cm First One Prototype Nr. A aus dem Jahr 1958 (Schätzpreis 120.000 bis 140.000 Euro) wurde um 264.000 Euro versteigert (Preis ebenfalls inklusive Premium).

 

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