„Das FT-Ranking ist ein Qualitätssignal für die WU“

Barbara Stöttinger ©WU Executive Academy

Interview. Die WU Executive Academy, hat im Financial Times-Executive MBA Ranking den weltweit 34. Platz errungen. Dekanin Barbara Stöttinger über den Wettbewerb mit bis zu 20.000 Business Schools und Schwerpunkte wie Internationalität und Digitalisierung.

Extrajournal.Net: Welche Bedeutung hat Platz 34 im FT-Ranking in Ihren Augen? Die Wirtschaftsuniversität Wien, konkret die WU Executive Academy, zeigt sich ja sehr erfreut über ihr Abschneiden. Immerhin bedeutet es Platz 2 im D/A/CH-Raum.

Barbara Stöttinger: Platz 34 unter den 50 besten der Welt für unseren Global Executive MBA ist umso bemerkenswerter, weil die Financial Times ja eine Vorauswahl trifft. Es gibt nach Schätzungen zwischen 10.000 und 20.000 Business Schools auf der Welt, die hochwertige MBA-Programme anbieten. Davon können sich die besten 100 für das Ranking qualifizieren. Wir sind letztendlich Nr. 34 geworden. Das sehen wir schon als sehr wichtiges Qualitätssignal. Aus dem deutschen Sprachraum sind nur wenige dabei, aus Österreich sind wir die einzigen.

Welche Kriterien sind zu erfüllen, um bei einem solchen Ranking gut abzuschneiden? Hervorgehoben hat die WU im FT-Ranking Spitzenergebnisse in den Bewertungskategorien „Jahresgehalt“ (219.000 US-Dollar), „internationale Studienerfahrung“ (Platz 10) und „Berufserfahrung“ (Platz 11).

Stöttinger: Das Ranking setzt sich traditionell aus insgesamt 16 Kategorien zusammen, die vor allem die Qualität des Programms und die Karriereentwicklung der Alumni beleuchten. Erstere kommen direkt von den Business Schools, letztere von den Absolvent*innen direkt. Wir als WU Executive Academy liefern dafür lediglich die Kontaktdaten der Alumni – natürlich mit deren Einverständnis – und haben danach mit der eigentlichen Befragung nichts mehr zu tun. Was mich sehr freut, ist, dass sich unser Global Executive MBA in neun Kategorien, die für unsere MBA Teilnehmer*innen besonders wichtig sind, gegenüber dem Vorjahr steigern konnte.

Rund 650 Alumni in zwei Jahrzehnten

Wie lange gibt es jetzt schon den Global Executive MBA und wie lange nimmt das Programm schon am Ranking teil?

Stöttinger: Den Global Executive MBA gibt es jetzt seit 20 Jahren, am Financial Times Ranking nehmen wir seit 2008 teil. Das klassische Setup ist dabei stets gleich geblieben: Ein Kurs für Menschen, die im Berufsleben stehen, mehrheitlich kein Business-Studium absolviert haben, und nach 15 bis 20 Jahren Berufserfahrung sagen, es ist jetzt Zeit für einen neuen Kick, ein Update. Sie haben vielleicht einen IT-Background oder kommen aus der Produktion. Nur rund ein Drittel unserer Alumni hatte zuvor bereits einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss.

Wie viele Alumni gibt es insgesamt?

Stöttinger: Der Kurs startet jedes Jahr im April und es gibt jährlich etwa 40 Absolvent*innen. Insgesamt haben mehr als  650 Führungskräfte aus dem In- und Ausland bis jetzt einen Global Executive MBA an der WU Executive Academy erworben.

Was sind die wichtigsten Merkmale, mit denen der Global Executive MBA aus der großen Zahl anderer Kurse hervorstechen will?

Stöttinger: Am wichtigsten ist die 3-fach-Akkreditierung, auch Triple Accreditation genannt, bei den drei Agenturen AACSB, AMBA und EQUIS. Was das Curriculum betrifft, so bedeutet das natürlich, dass es viele Ähnlichkeiten mit anderen Programmen gibt, die ebenfalls Triple-akkreditiert sind. Aber bei uns ist die Internationalität und Diversität ein weiteres Unterscheidungsmerkmal.

Es gibt 25 verschiedene Nationalitäten und Unternehmenszugehörigkeiten in jedem Abschlussjahrgang. Internationalität ist einer der hohen Werte der MBA-Ausbildung. Wir bieten sowohl einen österreichischen wie einen US-amerikanischen Abschluss und fahren im Laufe des Studiums dreimal an verschiedene internationale Destinationen, darunter die USA, Südamerika und Asien – hier im Speziellen nach Indien und China.

Welche Themen sind, abgesehen von Internationalität, in Ihren Augen außerdem noch für MBA-Kurse wichtig?

Stöttinger: Momentan ist das ganz stark die Digitalisierung, die uns auch weiterhin beschäftigen wird. Wir sehen sie aber nicht als Thema für ein klassisches MBA-Modul, sondern als eine Querschnittsmaterie, die wir überall berücksichtigen. Es geht um Digitalisierung im Business-Kontext und auch in der Kommunikation, um New Work und Leadership. Wachsende Bedeutung hat jetzt auch zunehmend Sustainability. Aber auch hier gilt: Nachhaltigkeit vermitteln wir als eine Querschnittsmaterie und nicht als eigenes Modul.

Wie werden solche Schwerpunkte festgelegt?

Stöttinger: Wir reflektieren aktuelle Entwicklungen und das drückt sich dann in den Kursinhalten aus. Es ist ja auch im Interesse der Studierenden. Zum Beispiel fragen vielleicht jetzt manche: Soll ich mitten in der Pandemie einen MBA machen? Die Antwortet lautet: Ja, denn da sitzen die anderen im selben Boot. Mit denen kann man dann vielleicht auch einfacher reden als mit manchen Kolleg*innen im eigenen Unternehmen, das ja nicht immer eine freundliche Umgebung sein muss.

Im Interview

Barbara Stöttinger ist Dekanin der WU Executive Academy und leitet als Academic Director den Global Executive MBA. Sie absolvierte ihr Doktoratsstudium an der WU und habilitierte sich 2003 im Fachbereich Internationales Marketing.

Vor ihrer Zeit am Institut für Internationales Marketing Management war sie im Marketing eines internationalen Konsumgüterherstellers (Consumer Electronics) und in der Beratung tätig. Forschungsaufenthalte führten sie u.a. in die USA und Kanada. Sie ist Fachvortragende für Marketing und Internationales Marketing in Europa, Asien und Nordamerika und erhielt mehrere Teaching Awards.

 

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