13. Jan 2022   Business Finanz

Müssen Investoren vor dem Jahr des Tigers zittern?

Nils Kottke ©Bankhaus Spängler

Finance & Horoskop. 2022 ist für Chinesen das Jahr des Tigers. Anleger werden Mut, Risikobereitschaft und Optimismus brauchen, heißt es bei Bank Spängler.

2022 ist nach dem chinesischen Horoskop das Jahr des Tigers, der für Eigenschaften wie Mut, Risikobereitschaft und Optimismus steht. Diese lobenswerten Eigenschaften sollten auch Anleger im heurigen Anlagejahr mitbringen, so das Bankhaus Spängler in seinem aktuellen Ausblick auf das erste Quartal.

Immerhin gehen die Prognosen weiterhin von einer wachsenden Wirtschaft aus, wenngleich sich das Tempo schon verlangsamt. „Bei Aktien rechnen wir weiterhin mit einer positiven Entwicklung, auch wenn die Volatilität zunehmen wird“, so Vorstandsmitglied Nils Kottke. Das Jahr 2021 war übrigens das Jahr des Büffels – im chinesischen Horoskop geprägt von den Eigenschaften Strebsamkeit, Fleiß, Entschlossenheit und Disziplin.

2021 als Jahr der Aktien

In jedem Fall war 2021 das Jahr der Aktien, vor allem in den etablierten Märkten Europa und USA. „Das neue Jahr steht für uns erneut unter dem Motto ‘TINA – There Is No Alternative’. Wir meinen damit, dass auch im laufenden Jahr kein Weg an Aktien vorbeiführt“, erklärt Kottke. Das sehen übrigens auch andere Anlageprofis so, auch wenn sich in die Beurteilung häufig zwiespältige Untertöne mischen. „Als mögliche Stolpersteine für die Aktienmärkte sehen wir geopolitische Entwicklungen, etwaige Fehler in geldpolitischen Entscheidungen, den weiteren Pandemieverlauf und den stärkeren Druck auf die Unternehmensmargen“, zählt Markus Dürnberger auf, Leiter Asset Management im Bankhaus Spängler.

Was die Inflation antreibt

Die in den vergangenen Monaten spürbar gestiegenen Inflationsraten werden auch 2022 ein zentrales Thema für die Kapitalmärkte bleiben. Als wesentliche kurzfristige Treiber für die Inflationszahlen gelten in Europa die Wohnkosten sowie die Energiepreise. „Wir sehen aber auch Faktoren, die längerfristig zu einem höheren Inflationsniveau führen können – darunter der demografische Wandel, die Deglobalisierung und der grüne Wandel in der Wirtschaft“, so Dürnberger, der hinsichtlich Inflation auch auf einen Lichtblick verweist: „Die weltweiten Lieferengpässe sollten im Laufe des Jahres nachlassen. Bei den Frachtkosten zeigen sich schon erste Entspannungstendenzen.“

Was tun die Notenbanken?

Ein entscheidender Faktor wird 2022 die Geldpolitik sein. Was ist von den Zentralbanken zu erwarten? „Die führenden Notenbanken begegnen dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld mit unterschiedlichen Marschrichtungen“, sagt Dürnberger. Die US-amerikanische Federal Reserve (Fed) reagiert auf die steigende Inflation (aktuell 6,9 Prozent) bei einer vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenquote (4,2 Prozent) und fasst heuer bereits zwei bis drei Zinserhöhungen ins Auge. Ebensolche Schritte seitens der EZB im laufenden Jahr gelten als sehr unwahrscheinlich, meint Spängler. Immerhin seien im Anleihenbereich die Renditen zuletzt leicht gestiegen.

 

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