26. Jan 2022   Business Recht Steuer Tools

2022 wird das Jahr der Datenkollaborateure

Bernhard Göbl ©Deloitte / feelimage

IT-Trends. In den letzten zwei Jahren hat die Pandemie die Digitalisierung in der Wirtschaft angekurbelt. Das brachte vor allem Tempo. Künftig geht es aber immer mehr um das sichere Teilen von Daten zwischen Partner-Organisationen, so Deloitte.

Abläufe, die früher ein Jahr oder länger dauerten, werden heute in wenigen Monaten realisiert, schildert Big Four-Multi Deloitte die Auswirkungen der Digitalisierung: „Unternehmen werden immer agiler, um Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Lieferschwierigkeiten oder fehlende Planbarkeit zu bewältigen. Dabei setzen sie auf technologische Lösungen – dadurch werden sie wettbewerbsfähiger und resilienter für immer neue Veränderungen“, so Bernhard Göbl, Partner bei Deloitte Österreich.

Die Datenkollaborationen wachsen

2022 werde vor allem das Thema Datenkollaborationen – das sichere Teilen von Daten zwischen Partner-Organisationen – an Bedeutung gewinnen. Unternehmen werde hiermit ermöglicht, umfassendere Daten zu analysieren und in weiterer Folge daraus neue Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des eigenen Geschäfts zu ziehen. „Der Datenaustausch zwischen Unternehmen muss nach aktuellen Verschlüsselungsstandards erfolgen. Bei der Analyse der Daten können Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen effektiv unterstützen“, so Göbl.

Cloud-Lösungen als Wettbewerbsvorteil

Laut Deloitte Report ermöglicht Cloud-Computing modulare Lösungen für einzelne Industrie- und Geschäftszweige, die Unternehmen bei strategischen und technischen Anforderungen entlasten können. Dadurch entstehe eine Verzahnung zwischen IT-Abläufen und strategischen Prozessen. Diese Synergie könne für die Unternehmen einen echten Wettbewerbsvorteil darstellen.

Natürlich spielt dabei – wie auch bei den „Datenkollaborationen“ der Datenschutz eine große Rolle: So haben die meisten großen Cloud-Anbieter bekanntlich ihr HQ im EU-Ausland, was sie in Zeiten der DSGVO zunehmend zu unsicheren Daten-Partnern zu machen droht, jedenfalls in den Augen der Datenschutzbehörden – und natürlich der Datenschutzaktivisten wie Max Schrems.

Breitere Verwendung der Blockchain-Technologie

Unternehmen erkennen immer mehr die breiten Anwendungsbereiche für die Blockchain-Technologie jenseits von Kryptowährungen, so Deloitte: Bei der Datenkollaboration zwischen Unternehmen sowie bei digitalen Assets wie Non-Fungible Tokens (NFTs) spiele sie bereits eine maßgebliche Rolle. „Auf Basis der Blockchain können viele neue Geschäftsmodelle und Produkte entwickelt werden“, so Bernhard Göbl. „Dieser Markt wird sich im neuen Jahr auch in Österreich stark weiterentwickeln.“

Deloitte empfiehlt Unternehmen zudem die Analyse von sich häufig wiederholenden Prozessen, um die Effizienz von IT-Backoffices langfristig sicherzustellen. Aus einer Kombination von Prozessoptimierung, Automatisierung und Self-Service können nachhaltige Lösungen für Unternehmen entwickelt werden. Neue Generationen von Infrastruktur- und Applikationssystemen nutzen Maschinelles Lernen, um mögliche Verbesserungen aufzuzeigen oder direkt durchzuführen. Dadurch können IT-Backoffices komplexe Systeme rascher verwalten – das führe wiederum zu einer verbesserten Customer Journey, heißt es.

Cybersecurity soll durch KI besser werden

Die Anzahl und Komplexität von Cyberattacken nimmt weiter zu, daher bleibt IT-Sicherheit auch 2022 ein wichtiges Thema. Connected Devices sowie Remote Working bieten Cyberkriminellen eine große Angriffsfläche. Laut Studie werden Unternehmen zukünftig auf Künstliche Intelligenz zurückgreifen, um Cyberangriffe früher zu erkennen und schneller darauf zu reagieren.

Mit der steigenden Zahl von Connected Devices wachse auch der Aufgabenbereich der IT. CIOs müssen sich Gedanken machen, wie sie beispielsweise Drohnen, Smart Glasses, Smart Watches oder weitere Connected Devices sicher in tägliche Unternehmensabläufe einbinden können. „Die IT-Abteilungen müssen heute den Spagat zwischen dem Erhalt der etablierten Infrastruktur und der Integration von neuen Devices schaffen. Nur wenn die neuen Technologien sinnvoll mit den bestehenden Systemen verbunden werden können, entsteht auch ein spürbarer Mehrwert“, so Göbl.

 

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