02. Feb 2022   Business Recht

62% der Privatkonkurse durch Männer, so KSV

Karl-Heinz Götze ©KSV1870 / Anna Rauchenberger

Wien. Privatkonkurse sind ein Männer-Phänomen, so aktuelle Zahlen des KSV. Die durchschnittliche Schuldenhöhe lag im Vorjahr bei 121.000 Euro, die 41- bis 60-Jährigen sind am häufigsten betroffen.

Eine aktuelle KSV1870 Analyse zu den eröffneten Schuldenregulierungsverfahren des Jahres 2021 zeigt, dass 62% auf Männer entfallen. Zudem haben sie mit doppelt so hohen Schulden zu kämpfen wie Frauen – im Vorjahr waren es im Schnitt 154.000 Euro.

Grund ist oft gescheiterte betriebliche Tätigkeit

„Auch wenn wir uns aktuell in sehr volatilen Zeiten befinden, so sind es vor allem Männer, die mit einer gewissen Konstanz Schulden aufbauen. Zurückzuführen ist das unter anderem auch darauf, dass im Bereich der ehemaligen Selbständigkeit drei von vier Privatkonkursen Männer betreffen“, so Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz. Die Corona-Krise habe die Zahl der Privatinsolvenzen vorerst nicht nach oben getrieben, jedoch lande auch nicht jeder, der mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, unmittelbar in einem Schuldenregulierungsverfahren, so Götze.

Im Bundesländer-Ranking weist Wien die höchste Zahl an Privatkonkursen auf, in punkto durchschnittlicher Schuldenhöhe liegt hingegen die Steiermark mit 213.000 Euro auf Platz eins. Weiters zeige sich, dass der Schuldenberg mit zunehmendem Alter wächst und dieser bei ehemaligen Selbständigen viermal so hoch ausfällt wie bei Privatpersonen.

Das Tempo nimmt zu

Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren hat im vierten Quartal 2021 deutlich an Dynamik zugelegt, heißt es außerdem. Erstmals seit Pandemiebeginn wurde in Österreich in einem Quartal „Vor-Krisen-Niveau“ erreicht. Trotz dieser zuletzt stark ansteigenden Entwicklung kam das Vorjahresergebnis mit 7.227 privaten Pleiten knapp unter jenem des Jahres 2020 (7.300) zum Liegen.

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