03. Feb 2022   Business Personalia

Neue Chefetage bei Fahrradfirma woom

Martin Bartmann, Mathias Ihlenfeld, Paul Fattinger ©Stephan Doleschal / woom GmbH

Klosterneuburg. Kinderfahrradhersteller woom ernennt ein Geschäftsführer-Trio: Mathias Ihlenfeld (CEO), Paul Fattinger (CFO und BDO-Partner) und Martin Bartmann (COO). Die Gründer verlassen die Kommandobrücke.

Der niederösterreichische Kinderfahrradhersteller woom radelt mit einer neuen Geschäftsführung ins Jahr 2022, heißt es in einer Aussendung des Unternehmens: Woom USA-Gründer Mathias Ihlenfeld sowie Paul Fattinger und Martin Bartmann sollen demnach den internationalen Wachstumskurs des Unternehmens fortsetzen.

Die beiden woom Europe Gründer Marcus Ihlenfeld und Christian Bezdeka konzentrieren sich künftig auf ihre Rolle als Beirat und Miteigentümer, heißt es in einer Aussendung des Unternehmens. Und der neue CEO Guido Dohm („er denkt und handelt schnell“, charakterisierte ihn unlängst eine Story im deutschen Handelsblatt), der erst im Sommer 2021 als CEO zu woom gekommen ist, wechselt nach Polen: Er kümmere sich fortan vor Ort um das dortige Produktionszentrum, das er in seiner Amtszeit aufgebaut hat.

Die Laufbahnen

Acht Jahre nach der Gründung lief 2021 das 500.000ste woom bike vom Produktionsband, heißt es weiter: Für 2022 stehe die Expansion in neue Märkten auf dem Programm. Das soll mit Hilfe von operativen Umstellungen und mit einem neuen Management-Trio gelingen, denn die Zeiten sind schwierig, u.a. durch die bekannten Probleme in den internationalen Lieferketten.

  • Mit Jahreswechsel hat Mathias Ihlenfeld (47) als CEO die Gesamtleitung von woom übernommen. Er gründete 2014 woom USA und baute fortan das US-Geschäft auf. Mit Fokus auf Direct-to-Consumer-Handel und Kundenservice sei es gelungen, woom zu einem der am schnellsten wachsenden Fahrrad-Unternehmen in den USA zu machen. Nordamerika ist laut den Angaben der wichtigste Wachstumsmarkt für woom, im letzten Jahr gingen knapp 45.000 Räder via Online-Direktvertrieb an US-Kundinnen und -Kunden.
  • Neuer CFO ist Paul Fattinger (40). Der langjährige Partner von BDO Austria habe sich auf die Skalierung von Unternehmen spezialisiert. Nach Karrierestationen bei KPMG und der Boston Consulting Group orchestrierte Fattinger für woom im Jahr 2021 die Fusion von woom USA und woom Europa zu „one woom”, also zu einer globalen Marke. In seiner neuen Rolle als Geschäftsführer für Finanzen und Strategie sei der gebürtige Grazer für die Sicherstellung einer soliden Finanzstruktur und die strategische Ausrichtung des Unternehmens verantwortlich. „Innerhalb von knapp acht Jahren ist aus einem Garagen-Start-up ein internationaler Player geworden”, so Fattinger: „Wir wollen jetzt sicherstellen, dass diese schnelle Entwicklung für woom ohne Wachstumsschmerzen weitergeht.”
  • Martin Bartmann (56) wird interimsmäßiger COO: Der Betriebsinformatiker werde für die Optimierung logistischer Prozesse und die Sicherung der Lieferketten zuständig sein. Bartmann übernimmt diese Aufgaben von Ex-CEO Guido Dohm, der sich auf die Weiterentwicklung des europäischen woom Produktions- und Montagestandortes im polnischen Świebodzin sowie die vollautomatisierte Produktion von Fahrradrahmen und -gabeln in weiteren osteuropäischen Ländern konzentrieren werde.

Gründer ziehen sich aus operativem Geschäft zurück

Im Zuge der Neuaufstellung des Managements ziehen sich Marcus Ihlenfeld und Christian Bezdeka aus dem operativen Tagesgeschäft zurück, teilt woom mit: Die beiden Gründer und Gesellschafter widmen ihre Aufmerksamkeit künftig der Vision und der langfristigen strategischen Weiterentwicklung der Marke sowie der Zukunft des Produktportfolios.

„Ich freue mich darauf, wieder genau das zu machen, was mir am allermeisten Spaß macht”, wird Christian Bezdeka zitiert: „Nämlich Fahrräder und Produkte zu entwerfen, die Kinder auch morgen oder übermorgen für das Radfahren begeistern.” Marcus Ihlenfeld: „Es ist wichtig, beizeiten loszulassen. Hätten wir nicht immer Menschen an Bord geholt, die bestimmte Tätigkeiten noch viel besser können als wir, würden wir heute noch in der Garage an Rädern schrauben und 300 Räder im Jahr verkaufen.”

 

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