21. Feb 2022   Bildung & Uni Business Recht Tools

EQS Group übernimmt DFGE für grüne Reporting-Tools

Achim Weick ©EQS Group

Nachhaltigkeit. Die EQS Group kauft den auf Ökobilanzierung spezialisierten IT-Dienstleister DFGE, ein Spin-Off der TU München: Damit gehören künftig auch Nachhaltigkeitstools (ESG) zum Angebot.

Der sofortige ESG-Markteintritt gelinge mit dem geplanten Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der DFGE, einem Pionier und führenden Anbieter im Bereich Ökobilanzierung, Nachhaltigkeitsberechnung und Corporate Social Responsibility mit rund 20-jähriger Expertise, heißt es dazu in einer Aussendung weiter: Mit der Ausweitung der Geschäftstätigkeit positioniere sich die EQS Group AG im „milliardenschweren Zukunftsmarkt ESG“.

Die Übernahme

Konkret hat die EQS Group laut den Angaben eine exklusive Absichtserklärung (Letter of Intent) zum Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der DFGE Institute for Energy, Ecology and Economy GmbH unterzeichnet. Die DFGE wurde im Jahr 1999 als ein Spin-Off der Technischen Universität München von Thomas Fleissner und Thomas Dreier gegründet und unterstütze Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Klimastrategie und Erfüllung ihrer Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften. Zu den rund 180 betreuten Kunden zählen auch DAX-Unternehmen. Die DFGE beschäftigt rund 25 Mitarbeiter an zwei Standorten.

Neue Regeln schaffen neue Märkte

Die EQS Group AG selbst wurde im Jahr 2000 gegründet, ausgerichtet auf Online Investor Relations. 2017 folgte die Erschließung des Geschäftsfelds Governance, Risk & Compliance. Nun rücke ESG in den Blickpunkt: Derzeit stellt die EU insbesondere mit Blick auf den Klimawandel einen neuen Rechtsrahmen für eine nachhaltige Wirtschaft auf, um das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2050 zu erreichen. Environmental, Social und Governance (ESG), also Kriterien und Standards für Umwelt, Soziales und Governance stehen dabei im Mittelpunkt. Diese müssen künftig offengelegt werden.

Die Europäische Union führt konkret mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) eine Pflicht zur Berichterstattung von nicht-finanziellen Nachhaltigkeitskennzahlen ein. Die EU-Richtlinie soll bereits ab 2024 für das Geschäftsjahr 2023 gelten. Betroffen seien damit rund 50.000 Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern, so die EQS Group. Die Zielgruppe sei damit fast deckungsgleich mit der EU-Hinweisgeberrichtlinie, für die man bereits entsprechende Tools im Angebot hat.

Das neue Tool

Im Rahmen der neuen Berichtspflicht geht es etwa um Daten zur CO2-Bilanz, Diversität und Unternehmensethik. Der Bericht soll in einem standardisierten Format bei einem nationalen Unternehmensregister offengelegt werden, welches auch das automatisierte Auslesen von Kennzahlen ermöglichen soll. Damit sei das Thema „wie für uns gemacht“, so Achim Weick, Gründer und CEO der EQS Group AG.

Die EQS Group will zunächst eine Softwarelösung entwickeln, mit der Unternehmen Kennzahlen wie den CO2-Fußabdruck berechnen und ihre Reportingpflicht gemäß der CSRD erfüllen können. Die voraussichtlich Mitte des Jahres zur Verfügung stehende Cloud-Anwendung werde dann das Kernstück des „ESG-Cockpit“ werden. Thomas Fleissner, Gründer und Geschäftsführer der DFGE GmbH: „Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, den komplexen Rechtsrahmen der Europäischen Union für ESG zu erfüllen. Zusammen mit der EQS Group AG haben wir nun die Chance, Vorreiter in software-gestütztem Nachhaltigkeitsmanagement zu werden.“

 

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