14. Mrz 2022   Business Recht Steuer

Kanzlei-Exodus aus Russland und Belarus: Auch BDO geht

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Wien/Moskau. Auch das globale BDO Netzwerk zieht die Konsequenzen aus Krieg und Sanktionen und zieht sich aus Belarus zurück, Russland ist bereits zu. Für die Ukraine gibt es ein Hilfspaket.

Aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine wird zukünftig keine BDO Gesellschaft mit sanktionierten russischen und weißrussischen Unternehmen zusammenarbeiten, heißt es dazu: Diese Aufkündigung der Zusammenarbeit betreffe auch die russische und weißrussische Regierung, russische und weißrussische staatliche Unternehmen sowie sanktionierte Einzelpersonen.

Weiters wurde BDO Belarus aus dem globalen BDO Netzwerk ausgeschlossen. Der Rückzug des globalen BDO Netzwerkes aus Russland ist laut den Angaben bereits im Oktober letzten Jahres erfolgt.

Der Exodus der Wirtschaftskanzleien

In den letzten Wochen haben zahlreiche Großkanzleien ihre Zelte in der Russischen Föderation abgebrochen, darunter die Big Four-Wirtschaftsprüfer Deloitte, EY, KPMG, und PwC, die internationalen Anwaltskanzleien Freshfields Bruckhaus Deringer, Latham & Watkins, Linklaters u.v.m. Dabei ist es häufige Praxis, die nationalen Mitgliedskanzleien auszuschließen – jedenfalls dort, wo es wie bei den Big Four eigenständige nationale Gesellschaften unter einem Markendach gibt. Den Ausgeschlossenen steht danach meist der Weg in ein unabhängiges Dasein offen, heißt es dazu in der internationalen Berichterstattung.

Die unmittelbar vom Krieg betroffene Ukraine wird in vielen Fällen unterstützt. So wurde in Polen eine Deloitte Foundation ins Leben gerufen, in der alle Hilfsleistungen von Deloitte gebündelt werden. Auch Deloitte Österreich habe sich bereits mit einer Soforthilfe von 100.000 Euro an diesem Hilfsprojekt beteiligt. Helfen könne man „am besten über unsere Büros in Polen, die der Krisenregion am nächsten sind“, so Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich.

Das Statement

Auch bei BDO wird in diesem Zusammenhang auf die humanitäre Krise in der Ukraine verwiesen; diese beherrsche weiterhin das Denken und Handeln. Priorität habe weiterhin die Sicherheit der ukrainischen BDO Kolleg*innen und ihrer Familien. „Unser Schwerpunkt liegt auf der Bereitstellung von finanzieller Unterstützung, Transport, Unterbringung, sicherer Überfahrt, wenn möglich, und Weiterbeschäftigung, wenn sie dazu bereit sind“, heißt es in einer Aussendung des Wiener BDO-Büros. BDO Gesellschaften auf der ganzen Welt haben sich demnach zusammengetan, um Kund*innen durch Spenden und Initiativen zu unterstützen und Lösungen zu finden, die helfen, die unmittelbare humanitäre Krise in der Region zu lindern.

 

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