14. Mrz 2022   Bildung & Uni Business Tech

Uni Wien startet neues Christian Doppler Labor mit GE

Universität Wien (Hauptgebäude) ©ejn

Forschungskooperationen. Heute wurde ein neues Christian Doppler Labor an der Universität Wien eröffnet: Es beschäftigt sich mit der Modellierung und Simulation von neuen Ultraschallgeräten, Partner ist US-Konzern GE.

Am 14. März 2022 wurde das neue Christian Doppler Labor für Mathematische Modellierung und Simulationen für Ultraschallgeräte der nächsten Generation eröffnet: Unter der Leitung des Mathematikers Otmar Scherzer werde anwendungsorientierte Grundlagenforschung als Basis für neue Methoden der Ultraschallbildgebung für die pränatale Diagnostik betrieben. Scherzer ist Leiter der Forschungsgruppe Computational Science an der Fakultät für Mathematik der Universität Wien.

Das „CD“-Labor untersucht laut den Angaben konkret innovative mathematische Modelle für die Ultraschallbildgebung. Mit Hilfe dieser werden innovative Prototypen entwickelt und aus medizinischer Sicht bewertet. Im CD-Labor arbeiten Wissenschafter*innen aus der Mathematik, der Physik und der Medizin interdisziplinär zusammen. Wichtigster öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).

Ein wichtiges Arbeitsgebiet

Durch den vermehrten Einsatz von Ultraschallbildgebung hat sich die medizinische Diagnostik von Schwangeren in den letzten 40 Jahren erheblich verbessert, so die Uni Wien. Dennoch gebe es Situationen mit unzureichender Abbildungsqualität, zum Beispiel beim Einsatz von ultraschneller Ultraschallbildgebung.

Eine Gruppe um Otmar Scherzer soll in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen GE Healthcare (einer der größten Anbieter von Ultraschallgeräten) für Innovation sorgen. Ziel des dafür gegründeten neuen Christian Doppler Labors ist die Entwicklung neuer mathematischer Modelle und Visualisierungsalgorithmen zur Entwicklung von Prototypen von modernen Ultraschallgeräten.

Die Statements

„Wir wollen insbesondere zur Erhöhung der Bildqualität beitragen, um Erkrankungen und Fehlbildungen in der pränatalen Diagnostik besser diagnostizieren zu können“, so Scherzer: Eine bessere Bildqualität könne durch passende Bildverarbeitungsalgorithmen und durch für die individuelle Patientin optimierte Ultraschallwellen erzielt werden.

„Für die bestmögliche medizinische Betreuung von Schwangeren ist die Ultraschalluntersuchung heute nicht mehr wegzudenken. Durch das neue CD-Labor kann die Ultraschalluntersuchung von Schwangeren zukünftig noch besser werden“, so Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort: „Dahinter steckt natürlich viel Mathematik und Physik, und weitere Verbesserungen bedürfen der Forschung an den Grundlagen. Der Brückenschlag von Grundlagenforschung zu Innovation ist typisch für CD-Labors und wird auch hier neue Möglichkeiten für Patientinnen und Patienten bringen.“

Sieben Christian Doppler Labors an der Uni Wien

Christian Doppler Labors – benannt nach dem österreichischen Mathematiker und Physiker Christian Doppler – sollen an österreichischen Unis für anwendungsorientierte Grundlagenforschung in Kooperation mit der Privatwirtschaft sorgen. Wissenschafter*innen kooperieren dabei konkret mit innovativen Unternehmen, heißt es dazu: Zuständig für die Förderung dieser Zusammenarbeit ist die Christian Doppler Forschungsgesellschaft. Die Labors werden von der öffentlichen Hand und den beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert. An der Uni Wien, mit 20 Fakultäten und rund 10.000 Mitarbeiter*innen eine der größten Unis Europas, gibt es derzeit sieben Christian Doppler-Labors.

 

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