17. Mrz 2022   Business Finanz Recht Tools

Insurtech Clark: 25.000 Kunden nach zwei Jahren

Philip Steiner ©Tim Walker / FOLLOW Austria

Finanz-Apps. Das Insurtech Clark – ein digitaler Versicherungsmakler – zählt zwei Jahre nach dem Marktstart in Österreich 25.000 Kunden und will ausbauen.

Österreich ist ein reifer Versicherungsmarkt, um es mit den Worten der Finanzanalysten auszudrücken. Das bedeutet in harten Zahlen: Die Bevölkerung des Landes hat laut Versicherungsverband VVO insgesamt über 50 Millionen Verträge bei heimischen Versicherungen abgeschlossen und zahlt jährlich pro Kopf rund 2.100 Euro an Versicherungsprämien.

Doch das bedeutet nicht, dass es keine Bewegung auf dem Markt gibt. Insbesondere steigt die Akzeptanz für digitale Angebote spürbar, heißt es beim deutschen Insurtech Clark, das vor knapp zwei Jahren in Österreich gestartet ist.

Der Überblick übt Anziehungskraft aus

Jederzeit eine Übersicht über seine Versicherungen erhalten, Verträge online vergleichen und abschließen – das sind Merkmale, mit denen die neuen digitalen Player digital affine Zielgruppen in Österreich umwerben. Clark positioniert sich selbst als „digitaler Versicherungsmanager“: Man ermögliche es Frau und Herrn Österreicher, ihre Versicherungen per App oder am Computer digital zu managen. Die App ist in ihrer hiesigen Ausprägung speziell auf Österreich abgestimmt und soll möglichst unkompliziert zu bedienen sein.

„Reif für digital“

Inzwischen hat Clark 25.000 österreichische Kunden, heißt es gegenüber Extrajournal.Net: Als Versicherungsmakler sei man unabhängig und arbeite mit über 70 Versicherungsgesellschaften zusammen. Darunter sind HDI, Generali oder VAV. Hinter dem Start-up Clark mit Hauptsitz in Frankfurt stehen übrigens – neben den vier Gründern – mittlerweile bekannte Kapitalgeber wie der chinesische Tencent-Konzern. Zu den Kooperationspartnern gehört die Onlinebank N26 (Update: Nicht Kapitalgeber wie ursprünglich berichtet).

Österreich liege hinsichtlich der Innovationsfähigkeit (Internetnutzung, Nutzung digitaler Dienste und Integration Digitaltechnik) im EU-Vergleich unter den Top-10 – das war mit ein Grund für den Start hierzulande, heißt es. „Die Entscheidung für den österreichischen Markt lag auf der Hand“, so Philip Steiner, Geschäftsführer von Clark Österreich, „die Österreicher sind digital affin, viele Menschen nehmen Online-Services in Anspruch – mit Clark können digitale Services nun auch im Versicherungsbereich konsumiert werden.“

Die weitere Entwicklung

Die Erfolge der letzten zwei Jahre zeigen, dass sich die App bestens bewährt, meint Steiner. Man setze auf ein Vertriebsmodell und Produkte, die grundsätzlich leicht verständlich sind – beispielsweise Versicherungspolizzen für das E-Bike oder die Wohnung. Für vertiefende Fragen und Beratung seien im Bedarfsfall ausgebildete Profis per Chat, E-Mail oder Telefon erreichbar. Steiner: „Mit einer Bedarfsanalyse und dem Mix aus Algorithmen und persönlicher Beratung konnten wir vielen Kunden und Kundinnen in Österreich unterstützen um besser und richtiger versichert zu sein, aber auch Geld zu sparen.” Nun entwickle man die App kontinuierlich weiter, um Kundenbedürfnisse bestmöglich adressieren zu können, heißt es.

Kritik der deutschen Verbraucherschützer

Auch andere Player am Markt – beispielsweise die Erste Group mit ihrer Finanz-App George – sehen den digitalen Produktausbau im Versicherungsbereich als spannend an. Strittig ist allerdings, wie gut Versicherungsprodukte online angeboten werden können, wenn es um komplexere Beratungsbedürfnisse geht. Die deutsche Stiftung Warentest nahm Ende 2021 mehrere Versicherungs-Apps, darunter auch die von Clark, unter die Lupe. Die erzielte Note war „Ausreichend“ (also eine „4“ im sechsteiligen deutschen Schulnotensystem). Als Problemgebiete orteten die Verbraucherschützer gerade die Beratungsleistungen.

 

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