13. Apr 2022   Business Recht Steuer Tools

Was Cloud und KI für den Mittelstand aktuell bedeuten

Christoph Mayer ©EY / Christina Häusler

Umfrage. Cloud Computing, Data Analytics und KI sind die digitalen Zukunftstreiber mittelständischer Unternehmen, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens EY.

Big Four-Berater EY hat in Österreich 628 mittelständische Unternehmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeitern zum Thema Digitalisierung befragt. Die Ergebnisse: Die Bedeutung digitaler Technologien für das Geschäftsmodell mittelständischer Unternehmen sei gegenüber dem Vorjahr erneut leicht gewachsen.

  • 80 Prozent der Betriebe schreiben ihnen inzwischen eine mittelgroße Bedeutung zu – vor einem Jahr lag der Anteil bei 77 Prozent.
  • 29 Prozent (Vorjahr: 30%) bewerten die Rolle der Digitalisierung sogar als sehr groß.
  • Rund jeder sechste Mittelständler (16%) will Cloud Computing einführen,
  • zwölf Prozent möchten in den kommenden zwei Jahren Data Analytics nutzen und
  • jeder zehnte Mittelständler plant den Einsatz von künstlicher Intelligenz (10%).

Gerade das Thema Cloud Computing sei ein wichtiges, mit dem sich viele mittelständische Unternehmen derzeit aktiv befassen. „Cloud und Digitalisierung sind für etliche Menschen noch abstrakte, oft negativ behaftete Begriffe. Gleichzeitig sind durch den Lockdown und die virtuelle Zusammenarbeit digitale Technologien geradezu zum Überlebensfaktor für die heimischen Unternehmen geworden”, so Christoph Mayer, Partner und Verantwortlicher für die EY Microsoft Services Group bei EY Österreich.

Allianz mit Microsoft bei Cloud Computing

EY und Microsoft haben zum Thema Cloud Computing eine Allianz geschlossen. Die Teams der beiden Unternehmen werden demnach in Zukunft gemeinsam an Cloud-Lösungen für regulierte Branchen arbeiten. Beide Unternehmen sind auch in der Initiative „Mach heute Morgen möglich“ engagiert: Sie soll laut den Angaben in Österreich bei Politik, Öffentlichkeit und Medien ein besseres Klima für Digitalisierung und Cloud-Nutzung schaffen.

„Fortschritt gelingt am besten mit starken Partnern“, so Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich. „Wir benötigen in Österreich klare Zielbilder für die Digitalisierung. Nur mit den richtigen Praxisbeispielen für die einzelnen Sektoren der Wirtschaft können wir auf ein klares Ziel hinarbeiten. Einen technologieoffenen Zugang zu erwirken ist der erste wichtige Schritt.“ Österreich stehe als Wirtschaftsstandort unter einem hohen Wettbewerbsdruck. „Innovation ist für Österreich als Hochlohn-Land der wesentlichste Ansatz für Wachstum – und, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Schnelle Veränderungen fordern schnelle Implementierungen. Die Digitalisierung ist dabei einer der wichtigsten Standortfaktoren“, so EY-Partner Mayer.

Bei Einsatz von KI deutlich über EU-Schnitt

Beim europäischen Digitalisierungsindex (DESI) belege Österreich einen Platz in den Top 10. In der Kategorie „Integration Digitaler Technologien durch KMU“ erzielt die Republik primär wegen guter Leistungen bei den neuen Indikatoren (Informations- und Kommunikationstechnik, Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz sowie KMU mit zumindest grundlegendem Digitalisierungsgrad) den elften Platz – eine Verbesserung um sechs Plätze gegenüber dem Vorjahr.

Bei der Nutzung von Technologien aus dem Feld der künstlichen Intelligenz hält Österreich aktuell mit 37 Prozent deutlichen Abstand zum EU-Schnitt (25%). Gerade für KMU biete die Digitalisierung großes Potenzial, das es vollends auszuschöpfen gelte, um auf digitale Augenhöhe mit den großen Unternehmen zu kommen, so Mayer. Das Thema Cloud eröffne „zahlreiche Möglichkeiten“ für Mittelständler, die „auch finanzierbar sind“ – denn bei Cloud-Services zahle man nur „die Rechenleistung, die man tatsächlich benötigt“.

Übrigens hat auch EY selbst in den letzten Jahren in die Cloud Transformation investiert und bezieht laut den Angaben mittlerweile über 80 Prozent der IT-Leistungen aus der Cloud (aber keine 100 Prozent, wie angesichts der leidenschaftlichen Statements naheliegend wäre).

Investitionshemmnis Fachkräftemangel

Eine gut implementierte Cloud-Infrastruktur allein reicht nicht, damit Unternehmen einen erfolgreichen digitalen Weg einschlagen, heißt es weiter: Es seien Arbeitskräfte gefordert, die die digitalen Lösungen auch implementieren können. Dieses Know-how sei vielerorts nicht vorhanden, da der Fachkräftemangel oft den Unternemen einen Strich durch die Rechnung macht, so Mayer.

Die WKO schätzt, dass in Österreich etwa 10.000 IT-Fachkräfte fehlen und auch das EY Mittelstandsbarometer unterstreicht diese Einschätzung – jedes elfte befragte Unternehmen (9%) nennt fehlendes Personal als Investitionshemmnis Nummer eins.

 

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