13. Mai 2022   Bildung & Uni Business Recht Tools

Weiterbildung als Bauen an sich selbst – mit Coach

Barbara Stöttinger ©Elke Mayr / WU Executive Academy

MBAs im Baukasten-System. Individualität bedeutet, frei wählen zu können, so die WU Executive Academy. Das soll sich in einem flexibleren Kursangebot wiederspiegeln, so Dekanin Barbara Stöttinger.

Ein sinnerfülltes und glückliches Leben hängt in der Regel davon ab, ob jemand in Freiheit und Selbstverantwortung leben kann, so Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy: Selbstbestimmt zu entscheiden, wie und wo man lebt, welchen Beruf man ergreift oder welcher Glaubensrichtung man angehören möchte. Individualisierung sei also der Prozess, den Freiheitsraum und die Möglichkeiten (aber auch die Herausforderungen) für den Einzelnen auszuweiten. Eine Entwicklung, die sich durch die Covid-Krise und die fortscheitende Digitalisierung rasant beschleunigt habe.

Individualisierung als Zeitgeist

Heute könne jeder sein Leben viel stärker nach seinen persönlichen Wünschen und Vorstellungen gestalten. Umgekehrt bedeute das aber auch, dass Menschen sehr viel stärker als früher in der Pflicht sind, sich über die Art der Ausgestaltung Gedanken zu machen. Die Freiheit der Wahl bedingt gleichzeitig auch die Notwendigkeit zur Entscheidung.

„Auf das Thema Weiterbildung umgemünzt hat Individualisierung drei Dimensionen: Menschen möchten wählen können, welchen Inhalten sie sich zu welcher Zeit auf welchen individuellen Lernpfaden widmen. Die Krux dabei ist, dass sich viele Menschen aufgrund der zunehmend vielschichtigen, komplexen und dynamischen Anforderungen der modernen Arbeitswelt überfordert fühlen, alleine zu entscheiden, welche Skills und welches Knowhow sie zukünftig brauchen werden“, so Stöttinger.

Kuratierter Inhalt und individualisierte Karrierebegleitung

Damit Studierende ihre Learning Journey nach ihren individuellen Bedürfnissen und Anforderungen zusammenstellen können, brauche es einen verlässlichen und erfahrenen Partner auf Augenhöhe. Das Stichwort ist demnach „kuratierter“ Inhalt. Stöttinger. „Zu Beginn analysieren wir die daher jeweilige (Lebens-) Situation und schauen uns an, wohin die berufliche Reise gehen soll.“ Gemeinsam mit den Teilnehmern stelle man dann ein „Lern-Package“ zusammen, das sich nicht nur an den relevanten Inhalten und idealen Lernzeitpunkten orientiere, sondern auch auf das Budget, die familiäre Situation oder den individuellen Lerntypus Rücksicht nehme.

Weiterbildungs-Baukasten für Manager

„Wir möchten unseren Studierenden daher künftig eine Art Baukastensystem anbieten, über das sie ihre Weiterbildung ganz nach ihrem Bedarf und ihren Interessen selbst adaptieren können. Gleichzeitig erhalten sie von unseren Lern- & Karriere-Experten vor-, während und nach dem Studium (Alumni Services) ein umfangreiches Angebot an Beratung und Guidance“, so Stöttinger.

Zu den wichtigsten Elementen des Baukastensystems zählt laut den Angaben:

Upgrade zum MBA: Klein starten und umfangreich ausbauen

„Manche unserer Teilnehmer liebäugeln schon länger mit einem MBA-Programm, entscheiden sich aber vorerst für einen Kurzlehrgang oder ein Seminar, weil das mehr ihrem aktuellen Bedarf an Wissen entspricht und sie ganz punktuelles Fachwissen etwa im Bereich der Digitalisierung oder New Leadership benötigen“, so Stöttinger. Andere würden erst zu einem späteren Zeitpunkt einen MBA anschließen wollen. Für sie gebe es nun eine weiterführende „Learning-Journey“: Ausgewählte „Weiterbildung Kompakt“-Programme wie ein dreitägiger Hybrid-Kurs „Organizational Design & Agile Leadership“, der Kurzlehrgang „Blockchain transforming Business“ oder das 12-tägige Data Science Programm können auf ein späteres MBA-Studium angerechnet werden. Aus Kostensicht mache es dabei keinen Unterschied, ob man mit einem „Weiterbildung Kompakt“-Kurs, oder direkt mit dem MBA starte.

Labs & Hot Topics für mehr Mitbestimmung

Innerhalb der verschiedenen MBA-Curricula gibt es Spezialisierungs-Module wie „Labs“ und „Hot Topics“: Die Themen der 1-2 –tägigen Module werden zu Beginn des MBA gemeinsam mit den Studierenden definiert. Auf diese Art und Weise nehme das Programm besser Rücksicht auf aktuelle Anlässe (Covid-19, Krisen, etc.) und die Bedürfnisse und Interessen der jeweiligen Klasse. In den vergangenen Jahren haben Themenbereiche wie Neuromarketing, Strategic Foresight, Trend Spotting oder Global Crisis Communication das Curriculum ergänzt.

„myMBA“ – individuelles Studieren

Jedes MBA-Programm hat in der Regel einen General Management Fokus, den sogenannten Business Core, der grundlegendes Wissen zu Bereichen wie Betriebswirtschaftslehre, Management und Mitarbeiterführung vermittelt. Künftig haben die Studierenden die Möglichkeit, sich im Rahmen der Spezialisierung selbst ein maßgeschneidertes Curriculum zusammenzustellen. „Anstelle der Finance Spezialisierung könnte beispielsweise eine Studentin zwei Module aus Finance mit ausgewählten aus Entrepreneurship & Innovation und Marketing & Sales kombinieren. Je nachdem, was ihren individuellen Bedürfnissen am besten entspricht. Unsere Learning & Karriere-Experten wissen genau, was in welchem Modul steckt und können hier in der Zusammenstellung spezifisch unterstützen und passgenau die richtigen Module kombinieren“, so Stöttinger. Das sei aber kein Muss: Wer möchte, könne auch auf die bewährten bereits kuratierten Curricula zurückgreifen.

Hybrid vs. On-Campus

Neben der inhaltlichen Ausrichtung und der Qualität eines Programms sei eines der wichtigsten Auswahlkriterien für zukünftige MBA-Studierende das Format und die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten. „Genau aus diesem Grund gibt es bei uns die Wahlmöglichkeit zwischen On-campus und Hybrid Track. Flexibilität ist das Zauberwort, denn die individuellen Lebenssituationen unserer Teilnehmer sind so vielfältig wie sie selbst. Viele unserer Studierenden bevorzugen die Mischung aus Online- und Präsenzunterricht, weil sie die Flexibilität und die Abwechslung schätzen“, so Stöttinger.

Normalerweise finden die Module etwa alle 6 Wochen in Wien statt. Das Besondere am Hybrid Track ist, dass sich die Unterrichtszeit bei jedem zweiten Modulblock von 4 Präsenztagen (Do – So) auf 2 Tage Online Teaching (Fr – Sa) reduziere. Um die beiden Präsenztage im Hybrid Track zu kompensieren, finden für die Studierenden zusätzliche Online Sessions im Rahmen des Pre- und Post-Moduls statt. Hybrid Track Studierende haben so die Möglichkeit, die Hälfte des Business Core (neben dem Programmstart weitere 3 Module) in Präsenz am Campus zu sein, als auch in den anderen 3 Modulblöcken die Vorzüge des flexibleren Online Teachings zu nutzen.

    Weitere Meldungen:

  1. General Management MBA der TU Wien feiert Jubiläum
  2. Herbert Jung avanciert bei Sirocco und Sinsoma
  3. TU Immo-Lehrgang: „Manche Studierende gründen gemeinsam Firmen“
  4. Carlo Santangelo wird Head of Legal bei Hoerbiger